Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Wechselausstellungen

  • 20.01. - 17.02.2008
    Mattheus Deichelbohrer (1902-1991)
    Zeichnungen und Pastelle
    aus sieben Jahrzehnten

"Seinen Weg gehen, sein Lied singen - der Welt offen, in sich ruhend."

Dieses Lebensmotto verbildlichte Mattheus Deichelbohrer in seinem gesamten Werk, auch in den 1980ern für seine Frau als annähernd lebensgroße Eulenspiegel-Skulptur (Metallfigur überarbeitet mit Plastika). Die vier Zeilen des Mottos finden sich rundum im quadratischen Sockel.

Ziel des Schaffens Deichelbohrers war es, mit der Kunst Freude zu bereiten. Mit den Bildern von Landschaften wollte er positiv wirken und sich nicht vom Negativen, das nirgends fern sei, vereinnahmen lassen. Dabei bildete er die Landschaften nicht ab, sondern verstand sie als Motiv seiner Weltsicht. Damit weisen die Bilder über Zeit und Raum hinaus. Meist fehlen Menschen in den Landschaften: Die freundliche Umwelt ist zerbrechlich, mahnte er so. Wichtig war ihm, dass seine Werke für sich sprechen und keiner Erläuterung bedürfen.

Mattheus Deichelbohrer (1902-1991)
Mattheus Deichelbohrer (1902-1991)
Farben wandte er dazu nicht flächig, sondern differenzierend an. Durch die Nutzung der Farbigkeit als Substanz hob er die Strukturen des Motivs hervor. Dabei ist die Darstellung von Licht auflösend, während Dunkelheit als Kontur wirkt - "Das Licht, das Voraussetzung unseres Lebens ist, versucht, alles zu erreichen und zu durchdringen. Es schafft lebendige Gestalt und Form um uns und in uns."

Mit der Ölmalerei wurde Deichelbohrer am bekanntesten, doch sind in der jetzigen Ausstellung diese Werke nicht vertreten. Die gezeigten Landschaften in Pastell wirken unvermittelter, frischer und farbiger. Der Künstler wollte den augenblicklichen Eindruck wiedergeben. Die Werke entstanden schnell und vor Ort, während der Künstler an Ölgemälden teilweise über Jahrzehnte weiterarbeitete. Seine Portraits, für die er verschiedene Techniken verwandte, waren sehr gefragt. Sie sind Charakterdarstellungen in Momentaufnahmen. Hinterlassen hat Deichelbohrer auch viele Selbstbildnisse mit verschiedenen inneren Situationen.


Über die Ausstellung:

Annemarie Deichelbohrer, Januar 2008:

Mattheus Deichelbohrer - Hamburger Hafen, 1927
Hamburger Hafen, 1927
Bei den ältesten ausgestellten Arbeiten handelt es sich um sechs Kohlezeichnungen aus dem Jahr 1927 mit dem Thema "Hamburger Hafen". Es folgen Arbeiten aus den 30er Jahren als Tusch-, Feder-, Kohle- und Bleistiftzeichnung mit dem Thema Italien.

Es werden Portraitzeichnungen als Arbeiten in Kohle, Pastell, Kreide aus den 30er bis 80er Jahren gezeigt.
Es handelt sich dann um eine Vielzahl von Pastellzeichnungen aus den 60er Jahren bis 1991. Sie entstanden in Spanien, Griechenland, Italien und der Schweiz.
Weitere 13 Pastellzeichnungen entstanden in unserer Landschaft. Es handelt sich dabei um die "Ginsterbilder" von 1988 und 1990 sowie die Arbeiten "Am Teich" aus dem Jahr 1989. Letztere sind an den Mühlenteichen in Scharnebeck entstanden. Die beiden Pastelle "Im Naturpark Lüneburger Heide" von 1988 und 1989 sind die letzten Reisebilder.
Gardasee, 1978
Gardasee, 1978
Das (letzte) Bild "Bei Lüdersburg" entstand im Jahr 1991 kurz vor dem Tod des Malers. Diese Arbeit stahlt eine gewisse Dunkelheit aus, obwohl er sie an einem lichten Sommertag schuf.

Im Augenblick sind zudem drei Arbeiten in der Wanderausstellung "Große deutsche Kunstausstellung 1927" im Kunstturm Rotenburg / Wümme (10.11.07 bis 30.01.08) vertreten. Nächste Station ist das Helms-Museum in Harburg und später dann das Albert-König-Museum in Unterlüß vom 01.05.08 bis 30.06.08.

Zudem hat der NDR hat für die Ausstellung "Weite und Licht" das Bild "Eisbruch" bekommen (Glücksstadt 02.12.07 bis 03.02.08 im Detlefsenmuseum).
 
    Kurzfassung der Lebensdaten:
  • 1902 geboren; 1918 - 1927 Studienschwerpunkte Naturschilderungen und Portrait mit verschiedenen, auch örtlichen, Stationen.
  • Maltechniken: Öl- und Pastellmalerei, Holzschnitt, Kohle-, Kreide- und Federzeichnung (Ausbildung zum Lithographen)
  • 1931 Ansiedelung in Niedersachsen in der Umgebung Lüneburgs; hiesige Landschaft fortan konstantes Thema in seiner künstlerischen Arbeit
  • 1933 - 1945 Weigerung der Reichskulturkammer beizutreten; damit waren Ausstellungsmöglichkeiten in Deutschland verwehrt; finanzielles Überleben durch gelegentliche Portaitaufträge (1937 Wandgemälde für einen Industriebetrieb in Athen-Piräus)
  • Nach 1945 schwierige Phase, da Kunst in den Nachkriegsjahren nicht im öffentlichen Vordergrund und später für die Stile seiner Generation wenig Interesse bestand
  • 1958 Heirat mit Annemarie Wrede
  • 1991 gestorben.
Mattheus Deichlbohrer: Skulptur 1980, Selbstportrait
Skulptur 1980, Selbstportrait
Zu sehen ist die Ausstellung
vom 20. Januar bis 17. Februar 2008
im Museum für das Fürstentum Lüneburg,

Dienstag bis Freitag von 10.00 bis 16.00 Uhr
und am Wochenende von 11.00 bis 17.00 Uhr.


  • Sonderführungen am:

    So, 27.01.08
    So, 17.02.08

    jeweils von 11.30 bis 12.30 Uhr



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