Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Wechselausstellungen

  • 12.05 - 30.06.2002
    Arthur Illies
    Ausstellung zum 50. Todestag von Arthur Illies

    Das Museum für das Fürstentum Lüneburg zeigt einen einzigartigen Ausschnitt aus dem Werk dieses bedeutenden Malers

Arthur Illies, Selbstbildnis
Arthur Illies, Selbstbildnis
Am 27. Mai 1952 starb in Lüneburg der namhafte norddeutsche Maler und Graphiker Arthur Illies. Seinen 50sten Todestag zum Anlaß nehmend bietet die "Arthur und Georgie Illies Familien-Stiftung" in Lüneburg eine unvergleichliche Zusammenstellung aus dem Gesamtwerk des Künstlers, der bereits um 1900 als Graphiker von europäischem Rang betrachtet wurde und als innovativer Wegbereiter gilt. Vom 12. Mai bis zum 30. Juni 2002 sind insgesamt 70 Gemälde und Graphiken im Museum für das Fürstentum Lüneburg zu sehen.

Altes Kaufhaus Lüneburg
Altes Kaufhaus Lüneburg
1935 stellte die Stadt Lüneburg Arthur Illies
dort ein Atelier zur Verfügung
Im Bewußtsein der Lüneburger hat der 1870 in Hamburg geborene Illies vor allem aufgrund seiner unzähligen Abbildungen Lüneburger Motive einen festen Stellenwert. Diese Darstellungen sind beispielhaft für eine ganze Zahl von Serien historischer Backstein- und Fachwerkbauten, die Illies ab 1919 in norddeutschen Städten wie Lübeck, Braunschweig oder Celle malte.

Über landesweite Bedeutung wird aber besonders seinem Frühwerk, das vor dem 1. Weltkrieg entstand, zugemessen. Dieses Frühwerk ist besonders durch Landschafts- und Blumenmalerei, aber eben auch seine graphische Arbeit geprägt.

Seine Landschaften sind beeinflußt durch die französischen Impressionisten des ausgehenden 19. Jahrhunderts, hier besonders durch Claude Monet, was sich besonders in einer hierzulande damals neuen, ausgeprägten Farbigkeit ausdrückt.

Doch übernahm er nicht einfach gläubig, wie Ernst Eitner 1920 schrieb, sondern "untersuchte alles und fand neue eigene Wege und Ausdrucksmöglichkeiten. Künstlerisch der Natur in jeder Weise nachgehend, erfand er unermüd-lich neue Darstellungsmittel".

Die zweite Schaffenshälfte seines Lebens nach dem Ersten Weltkrieg ist dagegen geprägt von einem engen Verständnis von Bodenständigkeit und fast dogmatischer Ablehnung der "französierenden" Malweise seiner Hamburger Zeitgenossen.

Beispiele für dieses Spätwerk sind die Serie norddeutscher Städte und Landschaften sowie seine religiösen, theatralisch anmutenden Werke.
Die ihm später nachgesagte allzu große ideologische Nähe zu den nationalsozialistischen Machthabern und deren Kunstvorstellungen hat ihn zeitweise isoliert, wird bis heute jedoch unterschiedlich interpretiert.

Hamburg verließ er 64jährig, nach fast vier Jahrzehnten als Lehrer und Professor an renommierten Instituten und ebenso langem Engagement in verschiedenen Künstlerzirkeln und Vereinigungen, zornig in Richtung Lüneburg, wo ihm 1935 die Stadt ein Atelier im Alten Kaufhaus zur Verfügung stellte. Und in eben diesem Atelier, das er nach dem Krieg mit seiner Frau Georgie auch bewohnte, starb Arthur Illies im Mai 1952.

Ein Busch
Ein Busch
Arthur Illies wird in späteren Charakterisierungen seiner Künstlerpersönlichkeit als "der Maler des Alstertales, der Heide, der norddeutschen Städte, der Möbeldesigner, der Verfasser zahlreicher Gedichte, der Pädagoge, der geniale Graphiker, dessen frühe Radierungen als Inkunabeln des Jugendstils gehandelt werden" beschrieben. Eine derart umfangreiche, repräsentative Ausstellung über sein Werk, wie die jetzt in Lüneburg zu sehende, gab es seit Jahrzehnten nicht und wird es wohl auch auf längere Sicht nicht wieder geben.

Wer sich also für norddeutsche Malerei und deren Entwicklung interessiert, der hat in diesem Jahr eine einzigartige Möglichkeit, sich mit dem Lebenswerk Arthur Illies´ vertraut zu machen und auseinanderzusetzen.

Zu sehen ist die Ausstellung
vom 12. Mai bis 30. Juni
im Museum für das Fürstentum Lüneburg,

Dienstag bis Freitag von 10.00 bis 16.00 Uhr
und am Wochenende von 11.00 bis 17.00 Uhr.


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