Wechselausstellungen |
- 07.12 - 22.12.2002
Gisbert Patzak
- "Bilderausstellung"
Die "Letzte" und das "Erste Mal"
Die letzte Ausstellung des Jahres 2002 im Museum für das Fürstentum Lüneburg ist gleichzeitig eine Premiere: das erste Mal, daß der
Soderstorfer Maler Gisbert Patzak im großen Rahmen ausstellt - beginnend mit einer Vernissage am 07. Dezember.
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Insgesamt 50 Bilder zeigen einen Querschnitt durch das Schaffen des Debütanten, für den der Titel "Nachwuchskünstler" sicher nicht
zutreffend ist, da er auf Jahrzehnte als Maler und Kunsterzieher zurückblicken kann.
Aus der Vielzahl seiner bisherigen Arbeiten wählte er für die große Adventsschau im Fürstentummuseum 18 typische Motive aus unserer unmittelbaren
Umgebung, Bilder von historischen Bauten und der Landschaft der Heideregion, dazu 18 Arbeiten aus dem mediterranen Raum sowie 12 Stilleben.
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Zum Dargestellten sagt der Künstler selbst: "Der Impuls für ein Thema kommt von außen. Ich bin ein "Augenmensch". Dinge (Gefäße, Früchte,
Pflanzen, Steine usw.) wirken auf mich. Ihre körperliche, stoffliche und farbliche Beschaffenheit, ihre Geschichte, die sich durch Kratzer, Unebenheiten,
Fehler usw. ausdrückt, die Atmosphäre, die durch ihre Zusammenstellung entsteht; das alles berührt mich.
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Gisbert Patzak: "Am Stintmarkt"
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Das gilt auch auf die gleiche Weise für die
Haus- und Landschaftsbilder. Auch hier habe ich eine Vorliebe für das Alltägliche, für abgenutzte Häuser, Schuppen, für alles was durch
Gebrauchsspuren belebt ist.
Nach Versuchen in abstrakteren Gestaltungsweisen während meiner früheren Jahre (Kubistisches, Minimal und eine Art von Pop) bin ich mehr instinktiv
als bewußt zu einer realistischeren Darstellung zurückgekehrt. Erstens wurde ich den Eindruck nie los, ich würde mir mit den gewählten Stilarten etwas
vormachen, zweitens schienen sie mir für das, was ich festhalten wollte, nicht geeignet zu sein und drittens reizte mich der Realismus, weil er keine
künstlerische Attitüde zuläßt. Außerdem muß man sich damit allen Betrachtern stellen, auch denen, die nicht vorgebildet sind - eine Herausforderung."
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Interessant sind hierbei sicher nicht nur die Motive und Stimmungen, die bei jedem Besucher ein Wiedererkennen und Wiederentdecken hervorrufen, sondern auch die Techniken, die von langjähriger Praxis und Können zeugen. Neben Ölbildern und Aquarellen überzeugen Patzaks Tempera-Arbeiten
und Gouachen.
Hierzu der Künstler: "Die Unterscheidung zwischen Gouache u. Temperamalerei ist selten. Tempera taucht als Bezeichnung meistens nur für Arbeiten bis zur Frührenaissance und in der Ikonenmalerei auf und bezieht sich auf Ausführungen mit Eitempera (Untermalung, Grisaillen). Obwohl ich nicht mit Eitempera male, sondern mit Gouachefarben, mache ich trotzdem diese Unterscheidung, weil meine Temperaarbeiten" im Gegensatz zur üblichen Gouachetechnik wesentlich pastoser ausgeführt sind. Diese Art des Umgangs ist aufwändiger und zeitraubender, bringt aber ein trockenes, kreidig
wirkendes Oberflächenlicht zustande, das die helle Skala stärker differenziert und viel hellere Töne erlaubt als in Öl. Diesem Effekt versuche ich mich
auch bei der Ölmalerei zu nähern, indem ich die Farbe durch Zusatz von Farbpulver magere."
Gisbert Patzak, geb. 1939, tat sich nach dem Schulabschluß zunächst in verschiedenen Berufen um, wie dem Silberschmiedehandwerk und dem
Buchhandel, bevor er an der damaligen Pädagogischen Hochschule Lüneburg Lehramt, u.a. im Fach Kunsterziehung, studierte. Nach den ersten Jahren
als Volksschullehrer schloß sich eine Weiterbildung an der Werkschule Hannover an, bevor er ab 1972 fast drei Jahrzehnte an der Realschule Oedeme
unterrichtete, um Generationen von Schülern, neben der Unterrichtung in anderen Fächern, an die Kunst heran zu führen.
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Die Eröffnung der Ausstellung findet am Samstag, d. 07. Dezember, um 15.00 Uhr im Museum für das Fürstentum Lüneburg in
der Wandrahmstraße 10 statt, begleitet von Blockflöte und Cembalo. Zu betrachten ist die Ausstellung vom 07.12. bis zum 22.12., jeweils von
Dienstag bis Freitag zwischen 10.00 und 16.00 Uhr sowie an den Wochenenden von 11.00 bis 17.00 Uhr.
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Gisbert Patzak: "Scheune"
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Mit dieser Ausstellung zeigt das Fürstentummuseum erneut, daß es der Ort ist, der immer wieder unsere Region mit den Augen des Künstlers erfahren
läßt - im Spiegel der Stile und Epochen. Unabhängig davon, ob es sich um die Werke der "großen Alten" handelt oder um talentierte Zeitgenossen. Die
Qualität ist immer ausschlaggebend.
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