Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Museumsgeschichte

Das Museum für das Fürstentum Lüneburg wurde im Oktober 1891 als privates Vereinsmuseum eröffnet. Das monumentale Gebäude in historistischen Formen bildete den südlichen Abschluß einer langen Häuserzeile.

Im Unter- und Erdgeschoß des Gebäudes stellte der Museumsverein auf einer Fläche von mehr als 800 Quadratmetern seine Sammlungen aus, im ersten Stock wurden dem Naturwissenschaftlichen Verein Ausstellungsräume mit einer Gesamtfläche von knapp 450 Quadratmetern zugewiesen. Die Raumdisposition schloß weiterhin einen Hörsaal, Arbeits- und Funktionsräume ein.

Mit der Eröffnung dieses Museumsgebäudes hatte der 1878 gegründete Museumsverein für das Fürstentum Lüneburg ein wichtiges Ziel erreicht. Bis heute besteht dieser Verein und nach wie vor ist er Betreiber des Hauses und Eigentümer des größten Teiles seiner Sammlungen.

Blick auf das 1891 eröffnete Museumsgebäude
Blick auf das 1891 eröffnete Museumsgebäude
 
Die Geschichte des Museums reicht indessen weit über die Jahre 1891 und 1878 zurück. Sie ist verknüpft mit der 1656 eröffneten Ritterakademie, zu deren Fächerkanon u.a. auch der Unterricht in den Naturwissenschaften gehörte. Im Laufe der Zeit wurde eine Lehrmittelsammlung von Naturalien, mathematischen und physikalischen Instrumenten zusammengebracht.
Ludwig Albrecht Gebhardi, (1735 - 1802 / Professor an der Ritteradademie) Historiker und Sammler von Raritäten, Naturalien und mittelalterlichen Kunstwerken, hat dem Aufbau des Museumswesens in Lüneburg wesentliche Impulse vermittelt.
 
Porträt des Landschaftsdirektors Friedrich Ernst von Bülow (1736 - 1802) aus Gips.
Porträt des Landschaftsdirektors Friedrich Ernst von Bülow (1736 - 1802) aus Gips
Zu Anfang der 90er Jahre des 18. Jahrhunderts ließ der Landschaftsdirektor Friedrich Ernst von Bülow (1736 - 1802) - unter diesem Titel firmierte seit der Aufhebung des Michaelisklosters 1656 das säkuralisierte Abtsamt, zu dessen Obliegenheiten die Aufsicht über die Ritterakademie gehörte - das Innere der ehemaligen Klosterkirche in rationalistischem Geist grundlegend umgestalten.

Bis dahin erhaltenen größtenteils aus dem Mittelalter stammenden Ausstattungsstücke wurden entbehrlich und teilweise zum Materialwert verkauft. Die verbleibenden Stücke wurden in den nicht mehr benötigten, vom Kirchenschiff abgetrennten Chor der Kirche verbracht.

Friedrich Ernst von Bülow bestimmte, den Chor und benachbart liegende Räumlichkeiten der Klostergebäude zu einem Museum einzurichten, indem die Lehrmittelsammlung der Akademie sowie die verbliebenen Kunstschätze der Michaeliskirche zusammengefaßt wurden.

 
Als Ergänzung erwarb von Bülow verschiedene Naturalien- und Kunstsammlungen. Friedrich Ernst von Bülow war also der Begründer des ersten Museums in Lüneburg, das freilich als Einrichtung der Ritterakademie angesehen werden muß.
Ludwig Albrecht Gebhardi hat als Leiter dieser Sammlung Grundlagenarbeit geleistet, u.a. durch Anfertigung eines großformatigen handschriftlichen Kataloges der Bestände, der bis heute erhalten ist.

Das Museum geriet in Gefahr, als die Ritterakademie, deren pädagogisches Konzept inzwischen überholt war, zum 01. Oktober 1850 aufgelöst wurde und sämtliches Vermögen dem Klosterfonds in Hannover zufallen sollte.
Doch schon im April 1850 hatte der Landschaftsdirektor Wilhelm Freiherr von Hodenberg einen Verein zur Darstellung und Erhaltung der Altertümer und Kunstwerke der Stadt Lüneburg und des Klosters Lüne (Altertumsverein) gründen lassen. Im April 1851 sorgte er für die Begründung eines Naturwissenschaftlichen Vereins.

Als dann 1852 in Hannover beschlossen wurde, bestimmte Teile der Akademiesammlungen nach Lüneburg zurückzugeben, standen in beiden Vereinen Empfänger bereit, die eine Gewähr für zukünftige sachgemäße Betreuung der Gegenstände boten. Mit der Gründung des Museumsvereins für das Fürstentum Lüneburg im Februar 1878 wurde der Altertumsverein formell aufgelöst.

1879 beschlossen der Naturwissenschaftliche und der Museumsverein, einen gemeinsamen Baufonds zu bilden. Nach etwa zehn Jahren konnte mit der Errichtung des Hauses begonnen werden, nachdem man zusätzlich staatliche Mittel, Beihilfen der Stadt Lüneburg sowie der Landschaft des Fürstentums Lüneburg und namhafte Spenden eingeworben hatte. Die Stadt Lüneburg stellte den Bauplatz zur Verfügung.

So konnte dann 1891 das Museum als erstes im Bezirk Lüneburg eröffnet werden. Für die Folgezeit wurde es von entscheidender Bedeutung, daß von 1897 an die Leitung des Hauses stets einem ausgebildeten Fachmann übertragen wurde. Damit war die Kontinuität der Museumsarbeit gewährleistet.

Porträtfotografie des Wilhelm Friedrich Volger(1794-1879), Lehrer und Historiker, Sekretär des 1850 gegründeten Altertumsvereins
Porträtfotografie des Wilhelm Friedrich Volger(1794-1879), Lehrer und Historiker, Sekretär des 1850 gegründeten Altertumsvereins
 


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