Astrolabium von 1552 aus Eisen
Die den wissenschaftlichen Instrumenten, karten, Globen und Atlanten gewidmete Abteilung des Museums ist wegen der Seltenheit und des breiten Spektrums ihrer Bestände besonders wertvoll. Vom Mittelalter bis in das 18. Jahrhundert reicht der Zeitraum, der durch die einzelnen Exponate, darunter zwei Globen von Gerhard Mercator (1541 bzw. 1551), repräsentiert wird.
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In diesen Zusammenhang fügt sich ein kleines, im Durchmesser nur 7 cm großes Astrolabium ein, das nach Ausweis einer Inschrift auf dem heute nicht mehr erhaltenen zugehörigen Etui 1552 von Lazarus Ercker in Annaberg (Sachsen) hergestellt wurde.
Ein Astrolabium galt zwischen dem 11. und 17. Jahrhundert in der westlichen Welt als "Königin der Instrumente". Es handelt sich um ein hoch entwickeltes astronomisches Universalinstrument, dessen Ursprünge in der Spätantike liegen. Mit dem Gerät läßt sich die Uhrzeit ermitteln, lassen sich Stern- und Sonnenposition bestimmen, können Höhe von Gestirnen, von Gebäuden oder auch Entfernungen gemessen werden. In Sonderfällen sind auch Horoskopberechnungen möglich.
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Ein Astrolabium besteht aus einem kreisförmigen Basiselement, in das verschiedene Scheiben eingelegt werden können, sogenannte Planispähren. Diese bilden die Himmelskugel als Planum ab, also als Ebene, und sind stets auf eine bestimmte geographische Breite bezogen. Auf die Planispähre wird eine weitere, durchbrochene und deshalb wie ein Netz wirkende Scheibe gelegt, die den Sternenhimmel in Projektion wiedergibt. Die wichtigste Funktion übernehmen zwei in der Mittelachse bewegliche Zeiger, die auf Ober- und Unterseite des Instrumentes angebracht sind.
Das Lüneburger Exemplar ist geringfügig beschädigt, alle beschriebenen Bestandteile sind jedoch erhalten. Sehr fein gravierte Zahlen und Buchstaben vermitteln dem Benutzer die für seine Arbeit notwendigen Angaben. Auf der Vorderseite ist zusätzlich eingraviert: "ELE: POLI 51 GRAD. MONT. ANNE." (Polhöhe 51 Grad Annaberg). Diese Inschrift bestätigt nicht nur die Herkunft des Gerätes, sondern bezeichnet auch seinen Einsatzort, auf dessen Breitengrad die Planisphäre abgestimmt ist.
Das Astrolabium gehört zum Grundbestand der Museumssammlungen. Es war 1799 der Lehrmittelsammlung der Ritterakademie in Lüneburg einverleibt worden und hat vermutlich in manchen naturwissenschaftlichen Unterrichtsstunden als Anschauungsobjekt gedient.
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