| Zu den besonderen Schätzen des Museums gehört ein knapp 30 cm hoher, aus vergoldetem
Silber bestehender Deckelpokal, der wegen der Form des Deckelgriffes "Eichelbecher"
genannt wird. Der Pokal ist das einzige Stück aus dem einst mehrere Hundert Teile umfassenden
Lüneburger Ratssilber, das sich am Ort erhalten hat:
Im Mittelalter bildete sich bei den größeren und wohlhabenderen Städten, zu denen Lüneburg zu zählen ist, die Gewohnheit heraus, sogenannte Ratssilberschätze anzulegen.
Überwiegend waren es vermögende Bürger, die repräsentative Trinkgefäße, aber auch Schalen und anderes Tischgerät in den Bestand stifteten.
Gelegentlich wurden auch Ankäufe auf Ratsbeschluß getätigt. Die Ratssilberschätze erfüllten Repräsentationszwecke bei besonderen Veranstaltungen, daneben wurden sie aber auch als Wertanlage gesehen und dienten als Fundus, dem man besondere Geschenke entnehmen konnte.
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Die Anfänge des Lüneburger Schatzes liegen im 15. Jahrhundert. Die prächtigsten und wertvollsten Stücke kamen im 16. Jahrhundert überwiegend als Stiftungen des Patriziats dazu. Später wurde der Bestand mehr und mehr dezimiert, die letzten verbleibenen Teile 1874 an das Kunstgewerbemuseum in Berlin verkauft. Der Eichelbecher entging diesem Schicksal nur, weil er nicht gemeinsam mit diesen Stücken, sondern einzeln an anderer Stelle im Rathaus verwahrt wurde. So kündet er heute von frührerem großen Reichtum in der Salz- und Hansestadt Lüneburg.
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