Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Objekt des Monats Juni 2002: Der Kurfürstenbecher

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Der Kurfürstenbecher

Ein besonders auffälliges Objekt im Raritätenkabinett des Museums ist ein großer leicht konischer, mit Malerei und Schrift versehener Glashumpen, ein sogenannter Kurfürstenbecher.
Er trägt die Jahreszahl 1604.

Es handelt sich bei diesem Glas um einen Kunstgegenstand, der augenfällig zu Repräsentationszwecken diente. Seinen Namen verdankt er den aufgemalten Darstellungen. Durch blau-gelbe Doppellinien wird die Glaswandung in acht Felder geteilt, jeweils vier in zwei Ringen übereinander.
Eines der unteren Felder zeigt den Reichsadler unter der genannten Jahreszahl 1604, in allen übrigen Feldern sind reich gekleidete Fürsten zu Pferde abgebildet, durch Beischriften als Kurfürsten ausgewiesen, nämlich im oberen Teil Köln, Mainz, Trier und Böhmen, im unteren Pfalz, Sachsen und Brandenburg.

Damit ist das Kurfürstenkollegium des Deutschen Reiches vollständig benannt. Die Repräsentanten dreier geistlicher Fürstentümer, nämlich der Erzbistümer Kön, Mainz und Trier, sowei die vier wichtigsten weltlichen Fürsten des Reiches bildeten das Gremium zur Wahl des Deutschen Königs, seit 1356 in einer besonderen Urkunde, der sogenannten "Goldenen Bulle", rechtsverbindlich sanktioniert.

Objekt des Monats Juni 2002: Der Kurfürstenbecher
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Der Kurfürstenbecher illustriert also gewissermaßen einen bestimmten Sachverhalt der deutschen Verfassungsgeschichte. Vornehmlich ist er jedoch wegen seiner Größe und aufgrund des Materials ein kostbares Schaustück, mit dem der Besitzer Eindruck zu machen versuchte. Insofern ist er geeigneter Bestandteil eines Raritätenkabinetts.



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