Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Objekt des Monats September 2002: Wappenstein des Fritz von dem Berge

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Wappenstein des Fritz von dem Berge

In den Jahren um 1600 gelangte die Lüneburger Steinmetzkunst noch einmal zu einer besonderen Blüte. Davon künden zum Beispiel Kamine im Rathaus oder die Portalrahmung der Ratsapotheke in der Großen Bäckerstraße. In diese Schaffensphase fügt sich auch der große, aus Sandstein gefertigte Wappenstein des Fritz von dem Berge und seiner Ehefrau ein.

Die rechteckige Platte, am oberen Rand mit der Jahreszahl 1594 versehen, zeigt im Relief eine ovale Rahmung, die mit Roll- und Beschlagwerk geschmückt ist und zwei Wappen sowie eine Inschrifttafel einschließt. Die sorgfältig gearbeiteten, einander zugeneigten Wappendarstellungen sind durch die Inschrift erläutert.

Der zu drei Zeilen angeordnete Text lautet: FRITZ VAN DEM BARGE / LEVEKE HANEN / V.D. M.I.AE. Damit sind Fritz von dem Berge (1560 - 1623) und seine Ehefrau Libika (Leveke) Hahn (1563 - 1614) bezeichnet. Die abschließende Buchstabenkombination bildet ein Bibelzitat, Jesaja 40,8: verbum domini manet in aeternum, in der Übersetzung Martin Luthers: "Das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich." Dieser Text wurde gewissermaßen bekenntnishaft zu einer Devise des Protestantismus.

Objekt des Monats September 2002: Wappenstein des Fritz von dem Berge
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Die Platte, ihrem Charakter nach eine Bauinschrift, stammt vom Bibel des Hauses Egersdorffstraße 1, das 1956 abgebrochen wurde. Das Gebäude war ehemaliger Besitz der adeligen Familie von dem Berge, die Erbschenken der Lüneburger Welfen waren und damit der Herrscherfamilie besonders nahestanden.

Fritz von dem Berge, seit 1583 mit der aus einem angesehenen mecklenburgischen Adelsgeschlecht stammenden Libika Hahn verheiratet, war im Fürstentum Lüneburg reich begütert. Zudem stand er als Schloßhauptmann von Bleckede in landesherrlichen Diensten. Seine Ehe blieb kinderlos, mit ihm starb die Familie aus. Fritz von dem Berge und Libika Hahn sind in der Bleckeder Kirche, für deren Ausstattung sie erhebliche Mittel aufbrachten, begraben worden.




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