Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Objekt des Monats Juni 2003: Portraitrelief

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Portraitrelief

Das Bildnis zeigt den Abt des Lüneburger St. Michaelisklosters und Direktor der Lüneburgischen Landschaft Friedrich Ernst v. Bülow (1736 - 1802) im Profil. Das Objekt, etwa 50 cm hoch und 40 cm breit, ist die Replik eines Originals, das 1945 durch den kriegsbedingten Brand des Museums zerstört wurde. Dieses Urstück, wie die Nachbildung aus bemaltem Gips hergestellt, wurde 1792 in Hannover von Johann Otto Schmidt geschaffen und schmückte das Museum der in den Baulichkeiten des Michaelisklosters befindlichen Ritterakademie.

Objekt des Monats Juni 2003: Portraitrelief

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Dieses Museum ist eine Schöpfung Bülows, der ein tatkräftiger, gebildeter und für alle neuen geistigen Strömungen seiner Zeit aufgeschlossener Mann war. Seine Lüneburger Ämter hatte er seit 1784 inne. In den Jahren 1792 und 1793 ließ er das Innere der St. Michaeliskirche im Sinne aufklärerischer Theologie grundlegend umgestalten.

Die mittelalterliche und frühneuzeitliche Einrichtung wurde entfernt, der Chorraum vom Kirchenschiff abgetrennt und auf der verbleibenden rechteckigen Fläche ein amphitheatrisches Gestühl errichtet. Ein Teil der älteren Ausstattungsstücke der Kirche wurde sichergestellt und den Beständen eines neu angelegten Schulmuseums für die Ritterakademie eingegliedert.

Somit war Bülow ausgangs des 18. Jahrhunderts Begründer eines Lüneburger Museums, das mit Einschränkungen auch der Öffentlichkeit zugänglich war. Sein hier gezeigtes Bildnis wurde angefertigt, um an diesen Sachverhalt zu erinnern. Das Original nämlich besaß eine Umschrift, in der er auch als "Stifter dieses Musei" bezeichnet wurde.

Bülows Amtsführung zeichnete sich durch moderne, reformerische Ansätze aus. Er vereinfachte die Verwaltung des Klosters und sorgte für bauliche und wirtschaftliche Verbesserungen. Der Lehrplan der Ritterakademie wurde den Erfordernissen der Zeit angepaßt. Der Zeit gemäß war es auch, daß er Bestattungen in der Kirche und auf dem Kirchhof untersagte. Fortan nutzte man ausschließlich den Michaelisfriedhof vor den Toren der Stadt. Bülow war Befürworter der neuen, durch Albrecht Thaer vermittelten Methoden in der Landwirtschaft und beförderte sie dienstlich und privat.

Friedrich Ernst v. Bülow hat seinen besonderen Platz in der Geschichte des Lüneburger Museumswesens. Die kulturhistorisch ausgerichteten Exponate seines Schulmuseums bilden den Grundstock der Sammlungen des Museums für das Fürstentum Lüneburg. Sein elegantes Portraitrelief ist somit nicht nur ein Beispiel für die Bildniskunst jener Zeit, sondern auch ein Erinnerungsstück an die Geschichte des Museums.
Dr. Eckhard Michael

 



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