Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Friesplatte eines Kamins, 1583

 
Die aus Sandstein gefertigte Platte ist 43 cm hoch und 163 cm breit. Über profiliertem Gesims erhebt sich ein reich gestaltetes Bildfeld. Trotz der deutlich erkennbaren Beschädigungen infolge der Zerstörung des Museums im Zweiten Weltkrieg fällt die hohe künstlerische Qualität der Arbeit auf.

Im Zentrum befindet sich eine mit Roll- und Beschlagwerk in Renaissanceformen versehene längsrechteckige Inschriftkartusche, zusätzlich ornamentiert mit Blättern und Früchten, mit Vogelgestalten und Löwenköpfen. Im Schriftfeld steht in Großbuchstaben AN(N)O.1.5.83. Die Mitteldarstellung wird von zwei Wappen flankiert. Auf der linken Seite ist es das des Fürstentums Lüneburg mit dem steigenden Löwen auf mit Herzen bestreutem Feld, auf der rechten das der Stadt Lüneburg mit einer stilisierten Stadtsilhouette, in deren Tor der Löwe des Fürstentums wiederkehrt. An einigen Stellen des Objektes sind geringfügige Spuren einer Vergoldung zu erkennen.

Platten dieser Art dienten als oberer Abschluß von Kaminöffnungen, zugleich bildeten sie ein wichtiges Schmuckelement der gesamten Anlage. Die Herkunft dieses Stückes ist unbekannt. Durch die beiden Wappen ergibt sich jedoch ein Verweis in einen Bereich der Stadt Lüneburg. Hier wiederum ist wegen der hohen Qualität der Platte an einen repräsentativen Raum zu denken, und damit schließlich muß man wohl das Rathaus als den Ort annehmen, für den das Bildwerk geschaffen wurde. Vor diesem Hintergrund könnte die Vermutung an Gewicht gewinnen, der Bildhauer sei Albert von Soest gewesen, denn er hat maßgeblich an der qualitätvollen Ausgestaltung des Rathauses in der Zeit der Renaissance mitgewirkt.
 



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