Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Objekt des Monats April 2003: Papierrelief

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Papierrelief

Das Museum besitzt verschiedene aus Papiermasse gefertigte Darstellungen religiöser Motive aus der Werkstatt des Albert von Soest (gest. 1589). Die hier gezeigte Version des Schmerzensmannes, also des leidenden Christus, gehört in diesen Zusammenhang.
Christus trägt die Dornenkrone, über seinen Schultern liegt der Purpurmantel, die Hände, die bereits die Wundmale zeigen, sind schmerzverzerrt vor dem Oberkörper gefaltet. Das Bildmotiv folgt dem Titelblatt der Großen Passion von Albrecht Dürer.

Die ca. 36 zu 27 cm messende Arbeit, mit einem Rahmen aus der Entstehungszeit um 1580 versehen, ist farbig gefaßt. Unter der Darstellung erscheint eine Profilleiste mit der Inschrift „PSALM XXII“ (Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?...) und dem Künstlermonogramm AVS.


Objekt des Monats April 2003:Papierrelief
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Der Bildschnitzer und Steinbildhauer Albert von Soest, dem Lüneburg eine Reihe bedeutender Werke verdankt – am bekanntesten sind seine Schnitzereien in der Großen Ratsstube des Rathauses – hat offenbar auch in großer Zahl Reliefs aus Papiermasse und Ton hergestellt.
Dazu war ein Verfahren entwickelt worden, das es erlaubte, hohe Auflagen herzustellen. Aus Holzwurde eine Urform des jeweiligen Bildes gefertigt, von der dann ein Abdruck als Matrix für die eigentliche Produktion genommen wurde. Ton oder feuchte Papiermasse dienten als Werkstoff, der in die Form gepresst wurde.

Nach dem Brennen bzw. Trocknen wurden die Werkstatterzeugnisse bemalt und konnten in den Handel gegeben werden. Die Papierreliefs widmen sich überwiegend religiösen Themen, zeigen aber auch Portraits bekannter Persönlichkeiten des Protestantismus. Als Vorlagen nahm man überwiegend populäre Stücke zeitgenössischer oder älterer Druckgraphik.

In mehreren, überwiegend norddeutschen Museen lassen sich Papierreliefs von Albert von Soest nachweisen. Sie waren anscheinend als Wandschmuck und gegebenenfalls zugleich als Andachtsbild sehr beliebt. Die Exemplare des Museums für das Fürstentum Lüneburg gehören zum älteren Sammlungsbestand, das hier gezeigte Bild wurde 1899 käuflich erworben.
Dr. Eckhard Michael

 



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