Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Objekt des Monats Februar 2003: Tafelaufsatz von 1843

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Tafelaufsatz von 1843

Im Februar 1843 heiratete der hannoversche Kronprinz, der nachmalige König Georg V. (1819 bis 1878), Prinzessin Marie von Sachsen-Altenburg (1818 bis 1907). Zu den zahlreichen offiziellen Hochzeitsgeschenken gehörte auch ein repräsentativer Tafelaufsatz aus Silber, den die lüneburgische Ritterschaft als Zeichen ihrer Verbundenheit mit dem Königshaus anfertigen ließ. 1980 konnte das Stück aus dem englischen Kunsthandel für die Sammlungen des Museums erworben werden.
Der Tafelaufsatz, ein Schmuckgegenstand zur Zierde festlich gedeckter großer Tafeln, wurde in Hannover von der Firma Knauer & Lameyer angefertigt. Er ist über einen Meter hoch und besitzt eine Grundfläche von mehr als einem halben Meter im Quadrat.

Ein mehrteiliger Sockel, der von vier sitzenden Löwen getragen wird, dient als Auflage für eine allegorische Darstellung. Auf einem Rasenstück erhebt sich mittig ein Baumstamm, der statt einer Laubkrone eine durchbrochene Schale mit weit ausladendem Rand trägt. In diese Schale konnte man beispielsweise Früchte oder Blüten einlegen, die einen zusätzlichen Blickfang abgaben.

Objekt des Monats Februar 2003:Tafelaufsatz von 1843
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Auf dem Rasen stehen, jeweils mit dem Rücken zum Baum, vier männliche Gestalten, die anhand beigegebener Attribute als Bauer, Schäfer, Imker und Fischer zu identifizieren sind. Dem Imker freilich fehlt der Bienenkorb.
Man wird anzunehmen haben, daß mit diesen Figuren auf die vier Haupterwerbszweige des Lüneburger Landes hingewiesen werden soll - wie sie sich kurz vor der Mitte des 19. Jahrhunderts darstellten.

Dem Sockel sind auf abgeschrägten Flächen an den vier Ecken Trophäen aufgesetzt, die das Wappen des ehemaligen Fürstentums Lüneburg enthalten. Die Längsseiten des Sockels tragen Rechteckfelder, von denen zwei, einander gegenüberliegend, eine Widmungsinschrift zeigen, die beiden anderen die Wappen des Brautpaares. Zum einen ist es, gehalten von einem gekrönten Löwen und einem Einhorn, der Schild eines großbritannischen Herzogs von Cumberland mit hannoverschem Herzschild, zum anderen, gehalten von zwei gekrönten Löwen, ein ernestinisch sächsischer Hauptschild, gleichfalls mit Herzschild.

Am unteren Rand des Sockels sind 52 Wappenschilde aus bemaltem Porzellan appliziert, denen jeweils ein ringförmiges Schriftband mit Namensbezeichnung zugeordnet ist. Mit diesen Wappen sind sämtliche adelige (Ritter-) Familien bezeichnet, die im Fürstentum eines oder mehrere Rittergüter besaßen. Dazu gehörten nicht nur solche Familien, die aus dem Lande stammen, wie etwa die v. Estorff, Grote, v. Meding, v. Plato, v. Spörcken oder v. der Wense, sondern auch solche, deren Ursprung in anderen Regionen liegt und die durch Einheirat oder Erbschaft ein Rittergut erhalten hatten.
In ihrer Gesamtheit bildeten sie die Ritterschaft, eine wichtige Korporation des lüneburgischen Landesteils im Verfassungsgefüge des Gesamtstaates, die unter den Gratulanten nicht fehlen durfte.

Georg trat 1851 als König von Hannover die Nachfolge seines Vaters Ernst August an, der 1837 nach Auflösung der Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover König geworden war. Wegen dieser Zusammenhänge gehören die Mitglieder des hannoverschen Königshauses bis heute zugleich dem englischen Königshaus an.
Dabei tragen die jeweils ältesten Söhne einer jeden Generation seit Ernst August den Titel eines Herzogs von Cumberland, was auch die Wappendarstellung auf dem Tafelaufsatz erweist. Georg V., der wegen eines ererbten Augenleidens sowie eines in der Kindheit erlittenen Unfalls erblindet war, verlor 1866 nach der Annexion Hannovers durch Preußen seinen Thron. Er ging nach Österreich ins Exil, starb in Paris und wurde in Windsor in England begraben.

 



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