Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Altarfigur: Objekt des Monats September 2004 im Museum für das Fürstentum Lüneburg

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Altarfigur (Apostel Petrus)

Die spätgotische, wohl zwischen 1500 und 1510 entstandene Figur im Dreiviertel-relief hat eine Höhe von 60 cm und erhebt sich auf einem doppelten Sockel.
Petrus trägt ein goldenes, gegürtetes Untergewand mit brauner Borte, darüber einen braunrot gefütterten Mantel mit umlaufendem blauen Saum. Der linke Zipfel des Mantels ist hoch aufgenommen und vom rechten Ellenbogen gehalten.

Der Mantelsaum zeigt Schriftzeichen in Großbuchstaben, durch die Faltung mehrfach unterbrochen. Die Worte "CRED IN DEVM" (credo in deum - ich glaube an Gott) und "ST. SPIR" (Sanctus Spiritus - heiliger Geist) im Hals- und Brustbereich lassen darauf schließen, daß es sich bei der zusammenhängend zu denkenden Mantelsaumumschrift um das Glaubensbekenntnis handeln soll.

Die anzunehmende Gesamtlänge des Saums scheint für den gesamten Text des apostolischen Glaubenbekenntnisses ausreichenden Raum zu bieten. Es sei an dieser Stelle ergänzend darauf hingewiesen, daß nach einer verbreiteten Bildtradition einzelne Artikel des Glaubensbekenntnisses verschiedenen Aposteln zugewiesen werden.

Altarfigur: Objekt des Monats September 2004 im Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Daß man dieser Tradition in diesem Falle nicht gefolgt ist, zeigt die große - teils imaginäre - Textmenge des Saumes, vor allem aber der Umstand, daß eine weitere im Museum ausgestellte, zugehörige Figur, Benedikt von Nursia, ohne jede Beschriftung geblieben ist und nicht zum Kreis der Apostel gehört.

Beide Figuren stammen von einem Altar aus der nicht mehr bestehenden Lüneburger Benediktkapelle, dem Andachtsraum des von dem Benediktinerkloster St. Michaelis unterhaltenen Hospitals. Insofern erklärt sich die Darstellung Benedikts.

Zu vermuten ist, daß Petrus und Benedikt aus einem Zyklus von Aposteln und Heiligen stammen, die Bestandteil eines geschnitzen Altaraufsatzes waren und möglicherweise zu mehreren Gruppen in den Altarflügeln aufgestellt waren.

In der Forschung werden beide Figuren dem Bildschnitzer Hinrick Reymers zugeschrieben, der um 1525 starb und unter anderem auch für die Ausstattung des Lüneburger Rathauses gearbeitet hat, etwa mit der Fertigung der fünf Geweihleuchter im Fürstensaal.

Seine hier vorgestellten Arbeiten gehören zum Grundbestand der Museumssammlungen. Sie zierten bereits das Museum der Ritterakademie, gelangten an den Altertums- und von diesem 1878 an den Museumsverein. In der Kirchlichen Abteilung des Hauses setzen sie heute einen besonderen Akzent.
Dr. Eckhard Michael .
 
 



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