Reliquiar aus Bronze von 1471 |
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Das Objekt besteht aus einer hochrechteckigen Tafel mit einem bogenförmig geschlossenen, von einem Kreuz bekrönten Aufsatz und einem rückseitig angebrachten Griff. Dieser wird gebildet aus zwei horizontal angebrachten Hohlkörpern, die durch einen vertikal verlaufenden Steg miteinander verbunden sind.
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Die Tafel zeigt ein leicht vertieftes Feld, dessen Rand vorn glatt ist und durch Schrägen nach innen überleitet. Entsprechend ist der Aufsatz in Form eines halben langgestreckten Ovals gebildet. Beide Felder nehmen applizierte Figuren in starkem Relief auf. Unten erscheint auf einem in die Platte gravierten Kreuz der Gekreuzigte, links von ihm Maria, rechts Johannes. Im Aufsatz steht ein Ritterheiliger, vermutlich Gereon.
Der untere Rand der Tafel trägt die gravierte Inschrift: "Reliqvie de li(n)gno d(omi)ni m. cccc", die auf der darüberliegenden Schräge mit dem letzten Teil der Jahreszahl - "Lxxi" - fortgesetzt wird. In der Übersetzung lautet der Text: "Reliquien vom Holz" - gemeint ist das Kreuz - "des Herrn; 1471". Auf den Längsseiten des Rechteckrahmens ist außen zwischen Rankenwerk links die Inschrift "de sancto gereone", rechts "de sancto ciriaco" graviert.
Die Rückseite des Aufsatzes trägt den gravierten Wappenschild der Familie von dem Berge.
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Die Beschriftungen zeigen an, daß in den Hohlkörpern des Griffs Reliquien verwahrt wurden, nämlich vom Kreuz des Herrn sowie Überreste - "Reliquien" - der Heiligen Gereon und Cyriacus. Bis zum Zweiten Weltkrieg waren die Reliquienpartikel vorhanden, in Seide gehüllt und mit beigelegten Notizen auf Pergament bezeichnet.
Aus weiteren eingelegten Notizen ging ferner hervor, daß der Goslarer Stiftsgeistliche Dietrich von dem Berge das Reliquiar 1471 der Kirche zu Hittfeld im Kreis Harburg geschenkt hat. Von dort gelangte es 1883 in die Sammlungen des Museumsvereins.
Die Familie von dem Berge, 1623 erloschen, gehört zu den ältesten Niederadelsfamilien des Lüneburger Landes. Als Burgmannen traten sie früh in Beziehung zu den Herzögen und spielten als deren Erbschenken eine wichtige Rolle im Fürstentum. Sie verfügten über umfangreichen Liegenschaften im Lande. Hittfeld war das Zentrum eines der Besitzkomplexe, die sich die Familie zu Ende des Mittelalters durch Arrondierung geschaffen hatte. So erklärt sich die Schenkung des Objektes an die Kirche des Ortes.
Dr. Eckhard Michael . |
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