Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Fassadenschmuck aus Sandstein: Objekt des Monats Juni 2004 im Museum für das Fürstentum Lüneburg

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Fassadenschmuck aus Sandstein

Aus der Zeit um 1550 stammen die plastisch ausgeformten Köpfe und Wappenmedaillons, die früher die Fassade des - 1936 abgebrochenen - Hauses Bardowicker Straße 32 schmückten und heute in die Stirnwand des Vortragssaales im Museum eingelassen sind.

Das mächtige Patrizierhaus im Norden der Stadt zeigte, für Lüneburg unüblich, nicht mit der Giebel-, sondern mit der Traufenseite zur Straße. Die Fassadendekoration des Backsteingebäudes folgte auf besondere Art einem vor der Mitte des 16. Jahrhunderts in der Stadt neu eingeführten System. Nach dem Vorbild der in der italienischen Renaissancebaukunst längst etablierten Relieftondi markierte man durch Medaillons, die zu regelmäßigen waagerechten Friesen geordnet wurden, an der Fassade die Geschoßgrenzen der Häuser.
Im allgemeinen gestaltete man die Rahmung der Medaillons durch Tausteine, das somit entstandene Rundfeld füllte man mit farbig glasierten Terrakottareliefs, die Köpfe in verschiedenen Variationen zeigten, teils nach antiken Vorbildern, teils unter Bezug auf Mode und Tracht der Zeit. Durch diese Dekoration erhielten die Fassaden starke plastische und vor allem farbige Akzente.

Dieses Gestaltungsprinzip wird für das Haus Bardowicker Straße übernommen, jedoch insoweit fortentwickelt, daß die Köpfe vollplastisch ausgebildet sind. Es ist damit zu rechnen, daß auch sie farbig gefaßt waren, gleichermaßen die zugehörigen Wappenmedaillons.

Sandsteinschmuck
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Die beiden größeren von ihnen befanden sich beiderseits eines großen Einfahrtstores in der Mittelachse des Gebäudes, die beiden kleineren waren den Außenseiten der Fassade zugeordnet. Die Wappen bezeichnen das Erbauerehepaar sowie die jeweiligen Eltern. Bauherr war Franz Witzendorff (1520 - 1574), der Ursula Garlop (1527 - 1573) geheiratet hatte. Die Familie Witzendorff, eine der bedeutenderen Lüneburger Patrizierfamilien, besaß in dem Bereich Am Markt/Bardo- wicker Straße einen fast geschlossenen Komplex von Grundstücken.

Das Haus Bardowicker Straße 32 wurde im 19. Jahrhundert dem Dragonerregiment 16, das bereits das angrenzende Schloß nutzte, als Reitstall zugewiesen. 1880 wurde das Gebäude nach historistischen Vorstellungen restauriert, wobei man in die Bausubstanz eingriff. Mit dem Abriß 1936 wurde Platz für eine bauliche Erweiterung des Schlosses geschaffen, in das inzwischen Justizbehörden eingezogen waren. Zu erwähnen ist, daß man zur Mitte des 19. Jahrhunderts Am Sande 9 einen Neubau ausführte, der - wenn auch in anderer Anordnung - auf vollplastische Köpfe als Fassadenzier zurückgriff.
Dr. Eckhard Michael .
 
 



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