Tilemann Stella - Übersichtskarte für ein Wasserstraßenprojekt |
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Die als Leihgabe der Stadt Lüneburg im Museum befindliche, auf Papier gezeichnete Karte ist 80 cm hoch und 127 cm breit. Ihr Gegenstand ist die Darstellung einer geplanten Schiffahrtsverbindung zwischen Dömitz an der Elbe und Wismar an der Ostsee. Der maßgebliche Ingenieur für dieses Projekt war der in Siegen/Westfalen geborene Mathematiker und Kartograph Tilemann Stella (1525 - 1589).
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Die Karte zeigt Teile von Niedersachsen und Brandenburg sowie das mecklenburgische Territorium. Da sie "gesüdet" ist, findet sich die Ostsee am unteren Rand der Karte, während die Elbe auf dem oberen rechten Teil erscheint.
Erfaßt ist ihr Lauf von Wittenberge bis Artlenburg. Von Süden fließen ihr Jeetzel und Ilmenau zu. Im Zentrum der Darstellung, etwa von oben nach unten verlaufend, steht der geplante Wasserweg von Dömitz nach Wismar.
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Die Planungen sahen demnach vor, die Verbindung von Dömitz bis Eldena durch einen Kanal mit mehreren Schleusen herstellen, um auf diese Weise die Elde als natürlichen Flußlauf zu erreichen. Über die Stör erfolgte dann die Verbindung zum Schweriner See, von dessen nördlichem Ufer ein weiterer Kanal auf Wismar zuführen sollte, so daß eine durchgehende Fahrt von der Elbe bis zur Ostsee möglich würde.
Die Karte enthält zwei rechteckige Schrifttafeln. Unten rechts befindet sich die Widmung des Kartographen an den Rat der Stadt Lüneburg, links sein Hinweis auf ein kaiserliches Privileg, das in einer Art Copyright-Vermerk die Vervielfältigung untersagt und Zuwiderhandlungen mit einer hohen Geldstrafe von zehn Goldmark belegt.
Zweck der Karte war es, dem Rat der Stadt einerseits das Projekt zu veranschaulichen und ihn damit andererseits zu dessen weiterer Unterstützung anzuhalten, da die Errichtung der Wasserstraße im ureigenen Interesse Lüneburgs liegen mußte.
Die seit 1398 bestehende, teils kanalisierte Verbindung Lauenburg-Lübeck über die Stecknitz ermöglichte eine Bevorzugung Lübecks im Handel mit Lüneburger Salz im Ostseegebiet zu Lasten der Stadt Wismar wie auch der mecklenburgischen Herzöge. Bereits 1412 ermächtigten deshalb die Herzöge die Stadt Lüneburg, auf dem mecklenburgischen Territorium den Ausbau von Wasserwegen zu erkunden. Erst 1572 folgten mit dem von Stella erarbeiten Plan konkrete Umsetzungen durch den oben beschriebenen Verlauf des Wasserweges von Dömitz nach Wismar.
Die Arbeiten schritten zunächst rasch voran. Man begann mit dem Kanalbau bei Dömitz, der erforderlich wurde, weil die Mündung der Elde in die Elbe, die als Ausgangspunkt hätte genutzt werden können, nicht auf mecklenburgischem, sondern auf brandenburgischem Gebiet lag. Dieser Abschnitt der Wasserstraße besteht bis heute.
Als man die Verantwortlichen in der Stadt Wismar davon überzeugt hatte, daß der Kanalbau vom Schweriner See her nicht dazu führen würde, daß dieser auslaufen und die Stadt vernichten würde, setzten auch hier die Arbeiten ein. Nach kurzer Zeit ergaben sich aufgrund der Bodenbeschaffenheit erhebliche Probleme, da immer wieder Erdreich nachschoß und der Graben ständig versandete.
Letztlich scheiterte daran das gesamte Projekt. Es wird berichtet, daß nur einmal, im Jahre 1594, ein Lüneburger Salzschiff den Wasserweg, wie vorgesehen, nutzen konnte. So blieb ein ehrgeiziges Projekt, mit hohem technischen Können geplant und begonnen, nur eine Episode in der Geschichte des Lüneburger Salzhandels.
Dr. Eckhard Michael . |
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