Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Portrait Johann von Dassel: Objekt des Monats Oktober 2004 im Museum für das Fürstentum Lüneburg

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Portrait Johann von Dassel

Das im Keilrahmen 61 x 51 cm große Ölgemälde ist eine 1930 angefertigte Kopie eines Originals von der Hand des Lüneburger Malers Nicolaus Peters (1795 bis 1875) aus der Zeit um 1840. Es zeigt einen Herrn en face im Brustbild. Er trägt einen dunkelbraunen Überrock mit hohem Kragen, darunter ein weißes Hemd, das am Hals mit einer Schleife geschlossen ist. An das Revers ist am roten Band die 1817 "Hannoverscher Tapferkeit" gestiftete Waterloo-Medaille geheftet.
Bei dem Dargestellten handelt es sich um Johann von Dassel (1781 bis 1859). Er war der letzte Lüneburger Patrizier, der in der Stadt gelebt und gewirkt hat, zuletzt als Justizbürgermeister. Seine Nachfahren aus der Ehe mit Louise von Lösecke (1795 bis 1881) wanderten ab, weil infolge der tiefgreifenden politischen und sozialen Umwälzungen des 19. Jahrhunderts in Lüneburg keine angemessenen Tätigkeitsfelder mehr bestanden.

Das Ehepaar von Dassel lebte in dem seit Jahrhunderten in Familienbesitz befindlichen Gebäude Am Markt 2. Als es 1873 abgebrochen wurde, bezog Louise von Dassel eine Wohnung im Hause Große Bäckerstraße 16. Johann und Louise von Dassel sind auf dem Michaelisfriedhof begraben.

Portrait Johann von Dassel: Objekt des Monats Oktober 2004 im Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Johann von Dassel war der letzte Abkömmling des Lüneburger Patriziats, der die über Generationen übliche Ämterkarriere in den städtischen Gremien durchlaufen konnte. 1846 erließ die königliche Regierung in Hannover eine neue Stadtverfassung, mit der die bis dahin noch verbliebenen Vorrechte des Patriziats beseitigt wurden. Zur Vorbereitung war ein Bürgerausschuß gewählt worden, der gemeinsam mit dem Magistrat über den Verfassungsentwurf beraten hatte. Dieser Ausschuß hatte im Vorwege die Pensionierung der meisten bisherigen Magistratsmitglieder empfohlen, auch die des Prätors Johann von Dassel, und der Regierung dann die Ernennung der neuen Magistratsmitglieder überlassen.

1846 folgte man den Empfehlungen des Bürgerausschusses nur bedingt. Johann von Dassel wurde nicht in den Ruhestand versetzt, sondern unter Gewährung eines Gehaltes von 1.700 Reichstalern zum Bürgermeister ernannt. Damit wurde er neben dem Oberbürgermeister wichtigster Repräsentant der Stadt. Seine korrekte Amtsbezeichnung lautete Justizbürgermeister, weil ihm der Vorsitz des städtischen Gerichts übertragen wurde. Nach Aufhebung der städtischen Gerichtsbarkeit und Einführung der königlichen Amtsgerichte 1852 ging Dassel in Pension.

Als "letzter Patrizier" ist Johann von Dassel in Erinnerung geblieben. Neben seiner beruflichen Tätigkeit im städtischen Magistrat beschäftigte er sich mit der Geschichte seiner Familie. Er gehört zu den Mitbegründern der 1809 ins Leben gerufenen Lüneburger Freimaurerloge "Selene zu den drey Thürmen".
Dr. Eckhard Michael .
 



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