Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Figur der Heiligen Dorothea, um 1510: Objekt des Monats Dezember 2005 im Museum für das Fürstentum Lüneburg

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Figur der Heiligen Dorothea, um 1510

Die auf einem doppelten, profilierten Sockel mit Reliquienfach stehende Figur ist stilistisch in die Schlußphase der Gotik einzuordnen. Sie ist aus Eichenholz geschnitzt und trägt noch ihre ursprüngliche farbliche Fassung. Mit einer Höhe von ca. 1 m wirkt die Figur, die dem Lüneburger Meister Johann Droste zugeschrieben wird, durchaus repräsentativ.
Dorothea trägt ein Kleid mit eckigem Halsausschnitt. Die Ärmel sind an Schulter und Ellenbogen gepufft und mit Manschetten versehen. Der Unterkörper ist von einem von der linken Schulter herabgezogenen Tuch umhüllt. Im linken Arm hält Dorothea einen kleinen Flechtkorb, neben ihr steht die Figur eines Knaben, den Blick nach oben gerichtet. Das Haupt der Heiligen mit hoher Stirn trägt eine Krone. Die Haare fallen in Strähnen über die Schulter herab.

Die Jungfrau Dorothea von Cäsarea gehört zu den populärsten Heiligen des späten Mittelalters. Nach der Legende erlitt sie unter dem römischen Kaiser Diokletian den Märtyrertod. In Cäsarea wird sie eingekerkert, nachdem sie sich der Werbung des Präfekten Fabricius widersetzt hatte, da sie sich als Braut Christi sah. Ihr nachfolgendes Martyrium wird als besonders grausam geschildert; sie wird gesotten, geschlagen, mit Fackeln gebrannt und schließlich enthauptet.

igur der Heiligen Dorothea, um 1510
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Dem Gerichtsschreiber Theophilus bringt ein Knabe bei Dorotheas Hinrichtung trotz der Winterzeit in einem Körbchen die von der Heiligen versprochenen Äpfel und Rosen aus dem himmlischen Garten Christi. Körbchen und Knabe sind die Attribute der Dorothea, wie es auch diese Darstellung zeigt.

Die Figur - zugehörig ist eine Katharinenstatue - gehörte dem Hospital zum Gral. Möglicherweise ist sie dorthin aus der im 16. Jahrhundert säkularisierten Kirche des Prämonstratenserklosters Heiligenthal gelangt, für das Droste nachweislich tätig gewesen ist. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie im Heiliggeistspital verwahrt, von wo sie 1896 in das Museum übernommen wurde.
Dr. Eckhard Michael .
 



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