Tafelgemälde von 1571 |
| Das in Öl auf Eichenholz gemalte Bild ist alt gerahmt und hat die Maße
138 x 101 cm. Es zeigt die Auferstehung Christi und
ist sehr wahrscheinlich in Lüneburg nach einer
bisher nicht ermittelten graphischen Vorlage entstanden. |
Das Gemälde thematisiert die christliche Osterbotschaft.
Im Zentrum erscheint der auferstehende Christus mit
der Siegesfahne, dem Symbol für die Überwindung
des Todes. Im unteren Bereich ist die Grabkammer mit
verschobenem Deckstein dargestellt, umgeben von den
erschrockenen Grabeswächtern.
Der vordere Rand
der Grabkammer ist mit einer Kartusche versehen, die
in Ornamentformen der Renaissance die Jahreszahl 1571
rahmt. Auf einer Erhebung im landschaftlich gestalteten
Hintergrund sind als kleine Figuren vor einer überdachten
Pforte die drei Marien auf dem Wege zum Grab Christi
zu erkennen, in ihren Händen die Salbgefäße
haltend.
Rechts oberhalb der Pforte ist in einer Höhle
eine bartlose, in ein langes Gewand gekleidete Männergestalt
mit Heiligenschein zu sehen. Möglicherweise handelt
es sich dabei um den Evangelisten Johannes, der den
umfangreichsten Bericht über die Geschehnisse zwischen
Christi Auferstehung und Himmelfahrt liefert. |
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| In der linken oberen Ecke des Bildes stehen nebeneinander
zwei Wappen aus dem Lüneburger Patriziat, jeweils
von Initialen begleitet. Es handelt sich um die Wappen
der Familien Schomaker und Töbing. Die beigegebenen
Initialen bezeichnen das Ehepaar Hartwig Schomaker und
Margarethe Töbing. Auf der oberen Rahmenleiste
ist die Widmungsinschrift "Hartich Schomaker, Jacops
sone, dedit 1571" aufgemalt. |
Wappen Wappen und Beischrift
weisen das Gemälde als Stiftung des genannten Ehepaares
aus, vermutlich für eine der Lüneburger Kirchen.
Hartwig Schomaker, Sohn des 1544 verstorbenen Jacob
Schomaker, wurde 1562 Sülfmeister, erhielt damit
also die Siedeberechtigung auf der Saline. 1561 hatte
er Margarethe Töbing geheiratet. Er starb bereits
1575 und hinterließ sieben unmündige Kinder,
von denen das jüngste bei seinem Tode erst drei
Jahre alt war. |
Wo das Bild ursprünglich gehangen
hat, ist unbekannt. Es könnte aus der 1860/61 abgebrochenen
Lambertikirche stammen, da es vor der Übernahme
durch das Museum im Treppenhaus des Gebäudes An
der Münze 11 hing. Es ist kaum denkbar, daß
es dorthin aus dem Ausstattungsbestand einer anderen
Kirche oder eines der Hospitäler gelangt sein sollte.
Das Museum erhielt das Gemälde 1901 als Geschenk
aus der Familie des Senators Johann Reichenbach, dem
zu der Zeit auch das Haus An der Münze 11 gehörte.
Dr. Eckhard Michael
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