Museum für das Fürstentum Lüneburg
    [Kontakt]    [Archiv]    [Impressum]  
  Sitemap: Das Museum im Überblick    
Andachtsbild, Ende 16. Jahrhundert: Objekt des Monats Dezember 2006 im Museum für das Fürstentum Lüneburg

Objekt des Monats

  Angebote des Museums
 Informationen
 Abteilungen
 Sammlungen
 Veranstaltungen
 Museumsshop
 Geschichte
ArchivArchiv
 Home
 

Andachtsbild, Ende 16. Jahrhundert

Das Bild zeigt die Verkündigung an Maria. Die in lebhafter Farbgebung wiedergegebene Szene ist in einen nach Renaissanceart ausgestalteten Innenraum verlegt. Rechts sitzt Maria auf einem Hocker, auf dem Schoß ein aufgeschlagenes Buch haltend. Die rechte Hand liegt auf ihrer Brust.
Von links tritt der Verkündigungsengel herein. In der rechten Hand trägt er eine weiße Lilie, das bekannteste Mariensymbol. Weiße Lilien enthält auch eine Bodenvase, die zwischen Maria und dem Engel steht. Oberhalb Mariens erscheint die Taube als Symbol des Heiligen Geistes in einem Strahlenkranz.

In der oberen linken Bildecke ist auf Goldgrund der Name Gottvaters geschrieben. Von dieser Fläche geht ein Strahlenteppich aus, auf dem sich das unbekleidete Jesuskind mit einem geschulterten Kreuz auf Maria zubewegt. Die Darstellung des Kreuzes verweist bereits auf den späteren Leidensweg Christi, obwohl es in erster Linie um Christi Geburt geht.

Das Bild besitzt einen zeitgleich entstandenen, mit Löwenköpfen ornamentierten Rahmen, der 56 cm hoch und 46 cm breit ist.

Andachtsbild, Ende 16. Jahrhundert: Objekt des Monats Dezember 2006 im Museum für das Fürstentum Lüneburg
Bild vergrößern
Das Bild ist von Albert von Soest gefertigt worden, der 1589 in Lüneburg starb und in erster Linie als Bildschnitzer bekanntgeworden ist. Von seiner Hand stammt die Ausstattung der Großen Ratsstube im Rathaus, an der er seit 1566 arbeitete. Daneben fertigte er Bildwerke zu protestantischen Themen, zu denen das hier behandelte Andachtsbild ebenso gehört wie das Haupt des leidenden Christus (Objekt des Monats April 2003). Alle diese Bilder sind als Relief ausgeführt, als Werkstoff diente Papiermaché. Diese Technik nutzte Albert von Soest auch zur Gestaltung von Portraits prominenter protestantischer Gelehrter und Fürsten wie Martin Luther oder Kurfürst Friedrich der Weise.

Es handelt sich dabei um seriell angefertigte Stücke, die aus einem Gipsmodel gewonnen wurden, somit also in jeweils gewünschter Zahl hergestellt werden konnten. Das fertige Produkt wurde farbig gefaßt, gerahmt und in den Handel gegeben. In mehreren Museen hat sich eine beträchtliche Anzahl dieser Bilder erhalten. Das Museum für das Fürstentum Lüneburg besitzt fünf davon.
Dr. Eckhard Michael
 



[Home]    [Übersicht Objekte]