Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Bildnis des Abtes Johann Heinrich v. Haselhorst, um 1642: Objekt des Monats Oktober 2006 im Museum für das Fürstentum Lüneburg

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Bildnis des Abtes Johann Heinrich v. Haselhorst, um 1642

Die ovale Bildfläche und der aus Teig- und Knorpelwerk bestehende Rahmen bestehen aus Holz und gehen ineinander über. Die maximalen Maße sind in der Höhe wie in der Breite 72 cm. Das als Brustbild ausgeführte Portrait ist in Ölfarbe gemalt.
Dargestellt ist ein vornehmer Herr in der noch durch die spanische Mode beeinflußten Tracht der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Über einem schwarzen Obergewand liegt ein breiter, mit aufwendigen Spitzen besetzter Leinenkragen, der bis über die Schultern reicht. Auch die Ärmel sind mit Spitzenmanschetten verziert.

Der Zeit entsprechen Haar- und Barttracht mit Schnauz- und Knebelbart und aus der Stirn nach hinten gekämmtem, bis zum Nacken reichendem Haar. Bei dem Portraitierten handelt es sich um Johann Heinrich von Haselhorst (1582 - 1642), Abt des St. Michaelisklosters in Lüneburg und erster Landstand im Fürstentum Lüneburg.

Bildnis des Abtes Johann Heinrich v. Haselhorst, um 1642: Objekt des Monats Oktober 2006 im Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Haselhorst entstammte einer vermutlich nach Haselhorst bei Bergen im Landkreis Celle benannten, zu Ende des 17. Jahrhunderts erloschenen Adelsfamilie. Von 1596 bis 1603 besuchte er die Schule des Michaelisklosters, auf dessen Kosten er im Anschluß an den Universitäten Wittenberg, Helmstedt und Leipzig studierte. 1613 wurde er Kammerjunker am Hofe der Grafen von Oldenburg. Seine Klosterzeit begann mit dem Eintritt in den Konvent im Jahre 1618. Bereits im Jahr darauf übernahm er das Amt des "Ausreuters" und war damit für die wirtschaftlichen Obliegenheiten des Michaelisklosters zuständig. 1629 wurde er zum Nachfolger des Abtes Joachim von Bothmer gewählt.

Seine 13jährige Amtszeit als Abt und Vorsitzender der Lüneburgischen Landschaft, der aus dem späten Mittelalter herrührenden, aus der Geistlichkeit, dem Adel und den Städten bestehenden Ständevertretung des Fürstentums, fiel mitten in den Dreißigjährigen Krieg und war von Unruhe und Unsicherheit gekennzeichnet.

Haselhorst geriet in Streitigkeiten mit dem Rat der Stadt Lüneburg über Salinangelegenheiten und Nutzung von Grundstücken. Klosterinterne Mißhelligkeiten führten zu Spannungen mit den Klosterherren. Haselhorst zog sich von 1634 bis 1636 auf den Landsitz des Abtes nach Grünhagen zurück und erwog zeitweilig, sein Amt niederzulegen.

Nachdem sich die Stadt Lüneburg am 14. August 1636 schwedischen Truppen geöffnet hatte, mußte Haselhorst vorrangig seinen Verpflichtungen in der Landschaft nachkommen. Er erlebte die Übergabe der Stadt von den Schweden an den welfischen Landesherren im September desselben Jahres und 1639 die endgültige Eingliederung Lüneburgs in das Fürstentum als einfache Landstadt.

Haselhorst starb am 10. November 1642. Er wurde in der Klosterkirche beigesetzt. Zu seinem Gedächtnis wurde ein Epitaph errichtet, von dem sich als Rest das hier behandelte Portrait erhalten hat. Es gelangte aus Klosterbesitz in den Grundbestand des Museums.
Dr. Eckhard Michael
 



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