Bisamapfel aus dem 16. Jahrhundert |
Der kugelförmige, durchbrochen gearbeitete Gegenstand ist aus Silber hergestellt. Er ist 14,0 cm hoch und hat einen Durchmesser von 6, 3 cm. Er besteht aus zwei Kalotten, die durch ein Gewinde zusammengehalten werden und in einem Wulstring lagern. Am Scheitelpunkt jeder Kalotte ist eine Öse angebracht, durch deren eine ein Silberring gezogen ist.
Hauptelement der durchbrochenen Dekoration sind große sechsteilige Rosetten. Auf einer der Kalotten sind die Durchbrechungen zweifach nicht ausgeführt wurden, so daß die geschlossene Silberfläche erhalten geblieben ist. Hier sind zwei Wappen graviert, zum einen das der Lüneburger Patrizierfamilie von Töbing mit der Beischrift H. C. T., zum anderen ein unbekanntes mit der Beischrift H. J. O.
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Eine Zuordnung an ein namentlich bekanntes Mitglied der Familie von Töbing hat sich nicht vornehmen lassen. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, daß im Traubensaal des Lüneburger Rathauses die repräsentativen, im 16. Jahrhundert entstandenen Bildnisse eines Bürgermeisters und eines Ratsherren aus der Töbingschen Familie ausgestellt sind. Bemerkenswert ist, daß beide Personen vergleichbare Kugeln in den Händen halten.
Das zumeist am Gürtel getragene Gefäß diente zur Aufnahme sogenannter Bisam-Kugeln oder Bisam-Äpfel. Dabei handelte es sich um wohlriechende, zu fester Konsistenz gemischte Substanzen, unter denen Bisam oder Moschus den namengebenden Anteil hatte.
Dr. Eckhard Michael .
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