Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Der auferstandene Christus aus dem Caarßener Altar: Objekt des Monats April 2006 im Museum für das Fürstentum Lüneburg

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Der auferstandene Christus aus dem Caarßener Altar

Das aus Eichenholz geschnitze, etwas mehr als einen Meter hohe Relief ist um 1490 in einer Lüneburger Werkstatt entstanden. Die dargestellte Szene strahlt besondere Feierlichkeit und Würde aus.

In einem umzäunten Garten erscheint links Christus, bekleidet mit einem weiten Umhang, der auf der Brust mit einer Agraffe zusammengehalten wird und sich nach rechts seitlich hoch aufbläht. Der rechte Unterarm fehlt, der linke ist im Segensgestus erhoben.

Die Wundmale sind deutlich zu erkennen. Rechts kniet anbetend Maria Magdalena mit weit zurückgebeugtem Kopf, vor sich auf einem Stein das Salbgefäß. Den Hintergrund bilden Landschafts- und Architekturelemente. Reste der farblichen Fassung sind erhalten.

Der auferstandene Christus aus dem Caarßener Altar: Objekt des Monats März 2006 im Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Die Szene bezieht sich auf die Berichte der Evangelisten, vornehmlich bei Marcus und Johannes. Danach kommt Maria Magdalena am frühen Morgen zum Grab Christi und findet es zu ihrem großen Entsetzen leer. In der Meinung, der Leichnam sei weggenommen worden, bemüht sie sich um Klärung der Situation. Plötzlich erscheint ihr Christus, den sie jedoch nicht sofort erkennt, sondern für den Gärtner hält. Sie fragt ihn: "Herr, hast du ihn weggetragen? So sage mir, wo hast du ihn hingelegt? So will ich ihn holen". Als Christus sie anspricht, erkennt sie ihn. "Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott." (Joh. 20, 15 - 17)

Die Dramatik des Geschehens, überhöht durch das Auferstehungswunder, spiegelt sich eindrucksvoll in der bildnerischen Wiedergabe der Szene durch die starke Bewegung der Gewandmassen, durch die Dominanz der Christusfigur und den Ausdruck des noch ungläubigen Erstaunens bei Maria Magdalena.

Der Künstler ist namentlich nicht genau bekannt, möglicherweise hieß er Hermen Ohmes. Seine Werkstatt wird er in Lüneburg unterhalten haben. Von seiner Hand stammt auch der Altar der Kirche in Uelzen-Veerßen, der inschriftlich auf 1490 datiert war, sowie der Marienleuchter in der Lüneburger St. Johanniskirche.

Das Relief gelangte zusammen mit zwei Heiligenfiguren 1898 aus Caarßen im Amt Neuhaus an das Museum. Sie stammen aus einem Schnitzaltar, jedoch fehlten schon bei der Übernahme alle Hinweise auf den Zusammenhang der Stücke und die Gestalt des Altars.
Dr. Eckhard Michael
 



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