Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Grabplatte des Brand David von Stöterogge: Objekt des Monats Mai 2006 im Museum für das Fürstentum Lüneburg

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Grabplatte des Brand David von Stöterogge

Die aus Sandstein gefertigte rechteckige Platte ist 147 cm hoch und 116 cm breit. Sie ist im Innenhof des Museums vor einer eingezogenen freistehenden Mauer aufgestellt.
Der obere Teil der Platte zeigt in einem vertieften Kreis das Wappen der Patrizierfamilie von Stöterogge. Darunter befindet sich eine mehrzeilige Inschrift, die teilweise gestört ist, weil der Stein nachträglich für eine profane Zweitverwendung am Rand umlaufend eine Nut erhalten hat und unten abgearbeitet wurde. Außerdem wurde im rechten Teil der Platte etwa auf der Mitte eine Bohrung eingebracht. Welchem Zweck die auf diese Weise umgestaltete Platte gedient hat, läßt sich nicht ermitteln.

Die Beschädigungen sind nicht so gravierend, daß ein Textverlust bei der Inschrift eingetreten wäre. Aus ihr geht eindeutig hervor, daß die Platte für das Grab des Bar- und Sülfmeisters Brand David von Stöterogge angefertigt wurde, gestorben "als der Letzte seines männlichen Stammes".

Grabplatte des Brand David von Stöterogge: Objekt des Monats Mai 2006 im Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Die von Stöterogge, seit Anfang des 14. Jahrhunderts in Lüneburg ansässig, gehörten zu den bedeutendsten Patrizierfamilien der Stadt. Brand David wurde 1691 als Sohn des Johann Hartwig von Stöterogge (1651 - 1707) und der Rahel Dorothea von Braunschweig (1663 - 1742) geboren. Sein Vater war längere Zeit außerhalb Lüneburgs in Kriegsdiensten tätig gewesen. 1679 ist er dann als Obersegger auf der Saline nachzuweisen, 1683 heiratete er.

Seinen Sohn benannte er nach seinem Urgroßvater Brand von Tzerstede, über den dieser seltene Vorname bereits in die Familie von Stöterogge gekommen war, und nach seinem Schwiegervater David von Braunschweig. Brand David blieb eng mit Lüneburg verbunden und durchlief die übliche Karriere eines Patriziers. 1711 wurde er Sülfmeister, 1724 zusätzlich Barmeister, also Leiter des technischen Betriebes auf der Saline. Außerdem bestellte man ihn zum Assessor bei dem Salzkontor, einer Behörde, die für den Absatz des Salzes zuständig war, wie auch zum Assessor bei der städtischen Kämmerei. Er blieb unverheiratet. Mit seinem Tod im Jahre 1760 starb die Familie aus.

Brand Davids unspektakulärer Lebensweg ist für die Stöterogges seiner wie schon der Generation seines Vaters untypisch. Onkel und Vettern waren Hofmeister in adeligen oder hochadeligen Diensten oder wurden, wie Johann Hartwig, Soldat. Lüneburg war nicht mehr ausschließlich berufliches und familiäres Zentrum. Die Familie erscheint im übrigen in Standesfragen besonders ambitioniert. Das wird durch Eheverbindungen mit dem Landadel sowie durch den Erwerb von Rittergütern deutlich. Brand Davids Onkel, der Bürgermeister Brand Ludolph von Stöterogge, erwirkte für sich und seine Nachkommen die Aufnahme in den Reichsadelsstand als "Edler Herr von Stöterogge".
Dr. Eckhard Michael
 



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