Haarknotenfibel der Bronzezeit aus Deutsch Evern |
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Fundort: Deutsch Evern, Samtgemeinde Ilmenau, Landkreis Lüneburg, Grabhügel FStNr. 17. Ausgrabung Gerhard Körner 1948/49 (Museum Lüneburg, Nr. 55:48); Datierung: um 1600 v. Chr..
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Das hier vorgestellte Objekt entstammt der Bronzezeit.
Die Bronzezeit, die hierzulande etwa zu Anfang des 2. vorchristlichen Jahrtausends beginnt, löst als erste Epoche der Metallzeiten die Steinzeit ab und führt erstmalig zur Herausbildung einer eigenen archäologischen Kulturgruppe in der Region, der sog. Lüneburger Bronzezeit.
Bereits in ihrer älteren Phase kommt es im Ilmenaugebiet zur Entstehung dieser Gruppe, die sich in Tracht und Bewaffnung deutlich von anderen Regionen unterscheidet.
Der bekannteste Fund der Lüneburger Bronzezeit stammt jedoch aus dem mittleren Abschnitt dieser Epoche.
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Er wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Grabhügel Nr. 17 der ehemals aus über 50 Hügeln bestehenden Gräbergruppe auf dem Wandelfeld in Deutsch Evern entdeckt. In diesem Grabhügel befanden sich mehrere Bestattungen.
Eine der herausragendsten Funde des vierten Grabes aus diesem Hügel ist die besagte Haarknotenfibel mit breitem ovalem Bügel. Dieses zeitlose Schmuckstück zeigt an, dass es sich um eine Frauenbestattung handelte. Die Trägerin dieser Fibel nutzte sie, um ihr Haar am Hinterkopf zu einem Knoten, vielleicht auch zu einem Zopf zusammenzubinden
Zur Grabausstattung dieser "Dame von Deutsch Evern" gehörten außerdem ein Satz von Halsringen, eine große Spiralplattenfibel mit Kreuzbalkenkopfnadel, sowie paarweise getragener Armschmuck und vier Beinringe mit einem dreifachen Spitzovalbogenmuster.
Das Inventar aus Bestattung IV des Grabhügels 17 von Deutsch Evern stellt bis heute - neben einer 1991 entdeckten, nur wenige Kilometer von Deutsch Evern entfernt ausgegrabenen Frauenbestattung in der Gemarkung Heiligenthal - eine der vollständigsten Schmucktrachten der mittleren Bronzezeit dar.
Die Frauentrachten vom Typ Deutsch Evern bieten insgesamt einen recht uniformen Eindruck.
Der namensgebende Fund ist im Lüneburger Museum in der archäologischen Dauerausstellung zu bewundern; eine weitere, etwas ältere Frauentracht, gefunden in der Totenstatt bei Oldendorf an der Luhe, befindet sich als Lüneburger Leihgabe im örtlichen Regionalmuseum.
Diese Oldendorfer Zweinadeltracht, bestehend aus einer Reihe verschiedener Schmuckstücke, verdient besondere Beachtung, da sie ein fremdes Element innerhalb des Verbreitungsgebietes der Lüneburger bronzezeitlichen Tracht darstellt; hier wurde nämlich nur eine Nadel getragen. Zweinadeltrachten werden bei Ausgrabungen hingegen hauptsächlich im Mittelrheingebiet, in Hessen und in Thüringen angetroffen. Offensichtlich wurde also eine "fremde" Frau aus einem dieser Herkunftsgebiete, die in die Lüneburger Gruppe eingeheiratet hatte, im Tal der Luhe unweit der großen Steingräber bei Oldendorf bestattet.
Dietmar Gehrke .
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