Marientod, um 1522
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Bei dem Bildwerk handelt es sich um ein Relief aus Sandstein. Die repräsentative, qualitätvolle Arbeit ist 115 cm hoch und 96 cm breit.
Man sieht Maria auf dem Totenbett, umgeben von elf Aposteln. Am Fußende des Bettes steht Petrus im Gewand eines Priesters.
Weitere Namensbestimmungen sind infolge von Beschädigungen und wegen fehlender spezifischer Attribute nicht möglich. Allerdings dürfte es sich bei der nur fragmentarisch erhaltenen Figur neben dem Bett, Maria am nächsten stehend, um Johannes handeln.
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Die älteste aus dem Abendland erhaltene Darstellung des Todes Mariens stammt aus dem Ende des 10. Jahrhunderts. Die im vorliegenden Fall geschilderte Szene folgt dem spätmittelalterlichen Bildtypus. Maria liegt im Bett, zumeist mit einer Kerze in der Hand, was vermutlich auch hier der Fall war. Die Apostel umstehen betend das Bett, Petrus vollzieht als Geistlicher die Krankensalbung.
In den überwiegend auf Legenden zurückgehenden Bilderzyklen zum Marienleben verliert die Darstellung des Marientodes mit der zunehmenden Auffassung von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel an Bedeutung. Statt dessen rückt die Himmelfahrt Mariens in den Vordergrund.
Das Lüneburger Relief wird von der Kunstwissenschaft einem namentlich nicht bekannten Meister zugeschrieben, der zu Anfang des 16. Jahrhunderts in Lüneburg tätig war. Von seiner Hand stammt auch eine im Museum verwahrte Figur des Christophorus, die zu einer Portaleinfassung gehört.
Der "Marientod" könnte aus einer Marienkapelle stammen, die 1522 in der Lüneburger St. Lambertikirche eingerichtet wurde. Dafür spricht auch, daß sich die Arbeit im Besitz des Hoteliers und Sammlers August Wellenkamp befand, der nach Abbruch der Lambertikirche 1861 eine Reihe von Ausstattungsgegenständen von dort erwarb.
Das Relief war an der Gartenmauer des Wellenkampschen Hauses an der Haagestraße angebracht und wurde 1949 an das Museum gegeben.
Dr. Eckhard Michael
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