Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Element eines Rücklakens, um 1500, 1663: Objekt des Monats November 2006 im Museum für das Fürstentum Lüneburg

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Element eines Rücklakens, um 1500

Das fast quadratische Textil, eine farbige Wollwirkerei auf Leinenkette, ist 54 cm hoch und 56 cm breit. Dargestellt ist in Seitenansicht ein Pelikan, der mit erhobenen Schwingen vor einem Nest mit drei Jungen steht. Er speist sie mit drei Blutstropfen, die aus einer selbst beigebrachten Wunde an seiner Brust herabfallen. In den oberen Ecken sind paarweise die Buchstaben "cn" und "ai" in gotischen Kleinbuchstaben eingefügt.

Die fast stilisiert wirkende Darstellung symbolisiert Christi Tod und Auferstehung. Der Pelikan als Christussymbol fand im Mittelalter weite Verbreitung. Ähnlich populäre Symbole mit vergleichbarem Sinngehalt sind der Phönix, der sich aus der Asche erhebt, oder der Löwe, der seine Jungen zum Leben erweckt.

Element eines Rücklakens, um 1500: Objekt des Monats November 2006 im Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Das Textil gelangte 1885 als Geschenk des Klosters Lüne in die Sammlungen des Museums. Im Kloster hat sich eine beträchtliche Anzahl solcher Elemente, teilweise in gestalterischen Varianten, erhalten. Im allgemeinen sind sie zu langen Rapports zusammengefügt. Die auf diese Weise entstandenen Gebilde dienten vermutlich als Banklaken, waren also an den Rückseiten eines Gestühls als Schmuck und Wärmeisolierung angebracht. Es ist anzunehmen, daß auch das hier beschriebene Stück Teil eines solchen Rücklakens war.

Die Bedeutung der Buchstaben in den Ecken ist nicht eindeutig zu bestimmen. Im Kloster Lüne wird mündlich überliefert, sie bezeichneten die Wortanfänge des Satzes "crux (oder christus) nos abripuit inferis", "Das Kreuz (oder Christus) hat uns der Hölle entrissen". Ob diese Auflösung zutrifft, läßt sich nicht eindeutig sagen. Dem Sinne nach würde sie zur Aussage der Pelikandarstellung passen.
Dr. Eckhard Michael
 



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