Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Tischsonnenuhr von 1715: Objekt des Monats Juli 2006 im Museum für das Fürstentum Lüneburg

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Tischsonnenuhr von 1715

Das kleine, schlichte Instrument ist aus Messing gefertigt. Es erhebt sich auf quadratischer Grundfläche, deren Seitenlänge circa 10 cm beträgt. Auf einer umlaufenden Skala an den Rändern sind Ziffern für die Stunden fortlaufend von 4 bis 8 (20) Uhr graviert. Am unteren Rand in der Mitte befindet sich das mit einem Lot versehene, beweglich angebrachte Schattendreieck. Darüber ist ein Kompaß eingelassen, durch eine Glasscheibe geschützt. Zugehörig ist eine ebenfalls aus Messing hergestellte Schachtel, in der das Instrument transportiert werden kann.

Im Kompaß hat der Instrumentenmacher seine Signatur mit einer Datierung angebracht, "Autor Odelm, 1715". Odelm hat nachweislich von 1661 bis 1740 in Braunschweig gelebt. Sechs von ihm geschaffene Geräte sind bekannt, darunter vier verschiedene Sonnenuhren.

Tischsonnenuhr von 1715: Objekt des Monats Juli 2006 im Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Die Tischsonnenuhr dient zur Stundenmessung an beliebigem Ort. Mithilfe des Kompaß' wird sie ausgerichtet, das in das Schattendreieck integrierte Lot verhilft zu einer korrekten Justierung. Der Gebrauch erfolgt wie bei jeder anderen Sonnenuhr.

Schon in der Antike waren verschiedene Arten von Sonnenuhren in Benutzung. Die durch Naturbeobachtung festgestellte tägliche Wanderung des Schattens hatte dazu angeregt, durch Einteilung des Schattenweges ein Mittel zur Zeitbestimmung zu entwickeln. Man konstruierte senkrechte und waagerechte Sonnenuhren, auch Reisesonnenuhren sind seit Jahrtausenden bekannt. Wichtige Vermittlerfunktionen bezüglich Kenntnis und Konstruktion dieser Instrumnente übernahmen die Araber, so daß auch im europäischen Abendland diese Art der Zeitermittlung recht früh üblich wurde.

Das Lüneburger Stück hat eine besondere Individualgeschichte. Eine Inschrift auf der Deckelinnenseite der Schachtel erweist, daß die Tischsonnenuhr dem Lüneburger Uhrmacher Friedrich Nikolaus Schröder (1722 - 1768) gehörte. Schröder hat eine beachtlich Anzahl technisch und ästhetisch herausragender Uhren jeglicher Größe hergestellt. Einige davon besitzt auch das Lüneburger Museum. Die Tischsonnenuhr wurde 1912 als Geschenk der Familie Schröder Bestandteil der Sammlungen.
Dr. Eckhard Michael
 



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