Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Maria auf der Mondsichel, Lüneburg 1500/1510: Objekt des Monats Dezember 2007 im Museum für das Fürstentum Lüneburg

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Maria auf der Mondsichel, Lüneburg 1500/1510

Die aus Eichenholz geschnitzte, farbig gefaßte Figur ist 55 cm hoch. Die mit einer Krone über dem langen, gelockt herabfallenden Haupthaar ausgezeichnete Marienfigur steht mit zurückgelehntem Oberkörper auf einem Halbmond mit Gesichtsprofil.

Sie trägt ein goldfarbenes Gewand mit blauem Ärmelfutter. Ein weites faltiges Tuch, ebenfalls blau gefüttert, umhüllt den Unterkörper. Der linke Arm der Figur fehlt. Auf dem rechten Arm hält sie das mit einem Mantel bekleidete Christuskind. Auch dessen Arme fehlen, ebenso sein rechtes Bein.

Ein Strahlenkranz, der die gesamte Figur ursprünglich hinterfing, ist gleichfalls verloren.


Maria auf der Mondsichel, Lüneburg 1500/1510: Objekt des Monats Dezember 2007 im Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Das Bildnis ist Zeugnis der Marienverehrung, die im Verlauf des Mittelalters stetig zunahm und eine Wandlung des Marienbildes von der majestätischen Himmelskönigin zur liebenden Mutter vollzog, mit der sich die Gläubigen indentifizieren konnten. Die Mondsichel mit dem Männergesicht, das auf Adam verweist, ist Sinnbild der Unbeständigkeit alles Irdischen. In der Offenbarung des Johannes (Apokalypse) wird die Erscheinung einer Frau beschrieben, die mit der Sonne bekleidet ist, den Mond unter ihren Füßen, zwölf Sterne um ihr Haupt. Sie bringt einen Sohn zur Welt, den ein siebenköpfiger Drache bedroht.

Vom 12. Jahrhundert an wird das "apokalyptische Weib", bis dahin als Symbol für die Kirche betrachtet, mit Maria in Verbindung gebracht. Im 13. Jahrhundert bildet sich die "Madonna mit der Mondsichel" als eigener Bildttypus heraus, der die verzweigte Mondsymbolik verschiedener Quellen in sich vereinigt. So entsteht ein Andachtsbild, das weite Verbreitung findet.

Die Lüneburger Madonna wird der Werkstatt des Hinrick Reymers zugeschrieben, der unter anderem auch für das Rathaus der Stadt arbeitete. Die Figur wurde für das 1501 erstmals erwähnte Hospital zum Gral geschaffen. Als dessen Baulichkeiten 1880 auf Abbruch verkauft wurden, gelangte sie mit anderem Inventar in das Hospital zum Heiligen Geist, von wo sie 1896 in die Museumssammlungen übernommen wurde.
Dr. Eckhard Michael
 



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