Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Giebelbekrönung, 1709: Objekt des Monats Juli 2008 im Museum für das Fürstentum Lüneburg

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Giebelbekrönung, 1709

Der an einer Wand im Innenhof des Museums angebrachte Baurest ist aus Sandstein gefertigt und mißt in der Höhe 120 cm, in der Breite 108 cm. Ein vollplastisch ausgeführter Engel mit weisender Gebärde der linken Hand lehnt über einer beiderseits ornamentierten rechteckigen Inschrifttafel. Sie zeigt in sieben Zeilen folgenden Text:

FORMAM HUIUS DOMUS / VETUSTATE TEMPORIS / COLLAPSAM / IN MELIOREM HANC FORMAM / REDIGERE CURAVIT / HARDWICUS a DASSEL / MDCCIX (Die Gestalt dieses Hauses, die wegen hohen Alters verfallen war, ließ Hartwig von Dassel in diese bessere Form bringen 1709).

Giebelbekrönung, 1709: Objekt des Monats Juli 2008 im Museum für das Fürstentum Lüneburg
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Der Stein, 1951 in das Museum gelangt, stammt von dem heute nicht mehr bestehenden Patrizierhaus Am Markt 2, das im 16. Jahrhundert an die Familie von Dassel gelangte. Um 1580 wurde der Giebel des im Kern gotischen Gebäudes im Stil der Renaissance umgestaltet, ohne daß alle Merkmale der älteren Stilstufe beseitigt worden wären. Der in der Bauinschrift genannte Hartwig von Dassel (1649 - 1716) ließ dann die baufällig gewordenen oberen Geschosse des Giebels in barocken Formen erneuern. Der Stein wurde einer der oberen Giebelstaffeln aufgesetzt, um von dieser Baumaßnahme zu künden.

Hartwig von Dassel wurde 1688 Barmeister, also Leiter des technischen Betriebes der Saline, und 1693 Ratsherr. Seine Ehe mit Elisabeth Dorothea von Braunschweig (1648 - 1704), Witwe seines Vetters Georg von Dassel (1624 - 1685), blieb kinderlos. Dasselsche Nachfahren besaßen das Haus Am Markt bis weit in das 19. Jahrhundert hinein, so daß es vermutlich das letzte Gebäude Lüneburgs war, das sich in patrizischer Hand befand. 1873 wurde es abgebrochen, um einem neu zu errichtenden Geschäftshaus der Möbelfabrik Grössner Platz zu machen. Bereits 1963 entstand an dessen Stelle wiederum die heute dort befindliche Niederlassung eines Geldinstitutes.

Zur Innenausstattung des Hauses gehörte, schon als es die Dassel übernahmen, der von den Vorbesitzern um 1530 in Auftrag gegebene geschnitzte Renaissancefries aus Ornament und Patrizierwappen (Objekt des Monats September 2006) .
Dr. Eckhard Michael
 



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