|
Am Donnerstag, 29.08.2002, um 20.00 Uhr, liefert Dr. Edgar Ring im Museum für das Fürstentum Lüneburg einen Bericht aus 11 Jahren Untergrundarbeit in
Lüneburg.
Denn seit 1991 ist Ring mit Schaufel und Pinsel bewaffnet im Auftrag der Stadt Lüneburg unterwegs, um anhand von Spuren und Indizien detektivisch die spannende
Geschichte der Menschen in der alten Salz- und Hansestadt zusammen zu tragen.
"BODENEINBLICKE – 11 Jahre Stadtarchäologie in Lüneburg" ist der Titel des Diavortrages, in dem der Historiker und Stadtarchäologe Dr. Ring im wahrsten Sinne des
Wortes Einblicke gibt – sowohl in die Arbeit der Lüneburger Archäologen in den letzten 11 Jahren als auch in das Leben der Lüneburger Bürger in den vergangenen 7
Jahrhunderten. So weit lassen die Funde aus Lüneburgs Untergrund nämlich zurückblicken.
Als wahre Goldgruben erwiesen sich dabei immer wieder die Kloaken, jenen gemauerten Gruben hinter oder unter den Lüneburger Backsteinbauten, in denen unsere
Vorfahren nicht nur ihre Fäkalien entsorgten, sondern auch alles was sonst im Haus nicht mehr benötigt wurde, wie zerbrochene Krüge oder altes Spielzeug.
Da sich in dem konservierenden Milieu dieser Kloaken aber auch organische Stoffe, wie Leder, Textilien, Holz und Tier- und Pflanzenreste erhielten, erlauben diese
eigentlich eher unappetitlichen Gruben einen einzigartigen Blick in die Ernährung, die Umweltbedingungen sowie in Handel und Handwerk vieler Jahrhunderte.
Doch neben der "Kloakenforschung" beschäftigten sich Ring und seine Mitarbeiter auch mit Flächengrabungen. Die untergegangene Lambertikirche wurde ausgegraben –
in mehrjähriger Arbeit. Natürlich nicht ganz, aber mehrere Grabungsschnitte lieferten höchst interessante und vor allem neue Erkenntnisse.
Außerdem waren der "Scharnebecker Hof" und die Ausgrabung einer Töpferei in der Altstadt Großprojekte des Teams um Ring, das mit seinem umfangreichen Fund- und
Bergungsgut im Museum für das Fürstentum Lüneburg Platz fand, um hier die Puzzle der Vergangenheit wieder zusammen zu setzen. Und die Stadtarchäologie hat hier
die Gelegenheit den Lüneburgern die Hinterlassenschaften ihrer Vorfahren zu präsentieren. Und zwar sowohl in der Dauerausstellung als auch in Sonderausstellungen.
Wie
zurzeit etwa in der Sonderausstellung, die ebenfalls wie der Vortrag am kommenden Donnerstag "BODENEINBLICKE" heißt. Zu sehen sind umfangreiche, interessante,
teils äußerst wertvolle Funde, beispielsweise Gefäße aus dem 14. Jahrhundert, Email aus dem französischen Limoges, Gewürze aus Afrika, Steinzeug aus dem Rheinland
und Sachsen, Tuchplomben, ein Schuhleisten, eine Maultrommel und Spielzeug, um nur einiges zu nennen.
Wer diese Ausstellung noch sehen will, muß sich beeilen. Denn nur noch bis zum kommenden Sonntag, dem 01. September, ist sie im Museum für das Fürstentum
Lüneburg aufgebaut. Die Öffnungszeiten sind in der Woche von 10.00 bis 16.00 Uhr und am Wochenende von 11.00 bis 17.00 Uhr.
Noch interessanter und verständlicher ist die Ausstellung natürlich, wenn man den dazugehörigen Diavortrag Dr. Rings gehört und gesehen hat.
|