Das Bürgertum bemühte sich um Bildungsgüter. Es entstanden Theater, Orchester, Museen, etc. in großer Zahl. Die Denkmalpflege beginnt. Vieles ist den Bildungsbürgern zu verdanken, die nicht nur Neues ins Leben gerufen haben, sondern auch den Gedanken des "Bewahrens" in den Vordergrund schoben.
Das bürgerliche Zeitalter beinhaltete auch die Schaffung der Pflege von überkommenem Kulturgut. Diese allgemeine Erscheinung war auch in Lüneburg zu finden.
Wir wollen uns Hineinversetzten in die Zeit um das Gründungsjahr des Museumsvereins 1878:
Die Stadt Lüneburg ist im Umbruch insbesondere auch auf wirtschaftlicher Ebene. Es gibt mehr allgemeinen Wohlstand, der vom Bürgertum getragen wurde.
Erst 1866 brachen die Bürger der Stadt aus den alten Stadtgrenzen aus: Die Wallstraße wird gebaut. Nach und nach entstand das "Rote Feld"
1874 wird das Ratssilber nach Berlin verkauft und Versteigerung von wertvollen Kunstwerken aus St. Johannis sind jetzt in New York, London und Hannover zu finden.
All diese Ereignisse förderten die Gründung eines Museumsvereins, der dem Verlust von Kulturgut in Lüneburg entgegenwirken wollte.
Maßgeblich beteiligt waren Kräfte der Wirtschaft, Honorationen der Stadt, Kunstverständige und Vertreter der Wissenschaft.
Bei der Gründungsversammlung des Vereins waren 26 Herren zugegen.
Es waren starke Vertreter die den Gedanken an "musealer Arbeit" aufrechterhielten.
Schnell entstand die Idee ein eigenes Gebäude zu errichten.
1879 beschlossen der Naturwissenschaftliche und der Museumsverein, einen gemeinsamen Baufonds zu bilden. Nach etwa zehn Jahren konnte mit der Errichtung des Hauses begonnen werden.
Herausragendes Engagement zeigten bei der Pflege und bei der Bestandserweiterung der Artz Dr. Otto Sprengel, der Chemiker Dr. Carl Heintzel und der Oberlehrer Theodor Meyer. Objekte aus der Ur- und Frühgeschichte, der Kirchlichen Kunst, der Stadtgeschichte und auch der bäuerlichen Kultur wuchsen stetig. 1897 gelang es einen wissenschaftlich ausgebildeten Leiter einzustellen, wodurch die wissenschaftliche Grundlage gefördert und garantiert wurde.
Ausführliche Informationen zur Museumsgeschichte finden Sie auf den Internetseiten des Museums für das Fürstentum Lüneburg:
www.museum-lueneburg.de/museumsgeschichte.html
Dr. Michael möchte den Jubiläumstag nicht nur zur Rückschau in Zufriedenheit würdigen, sondern auch eine Analyse des Gegenwärtigen wagen und Zukunftsperspektiven entwickeln:
"2003 sind wir in einem neuen Jahrtausend. Mir scheint gerade jetzt ist der Wandel deutlich ausgeprägt. Die Folgen der Revolution der Medien ist noch nicht abzuschätzen. Vielleicht kann es sein, dass wir uns noch nicht auf die Zeit eingestellt haben und auch die soziale Bildungsmisere nicht richtig einschätzen können. Allgemein haben große gesellschaftliche Änderungen eingesetzt. Wir leben in der Welt, sind ihr ausgesetzt und müssen in ihr leben. Die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen.
Die neuen Anforderungen sollten angenommen werden, d.h. die musealen, wertvollen Inhalte sind neu zu justieren und zu präsentieren, daran wird gearbeitet."
´ Das Museum ist auf dem Weg zu neuen Ufern. Einigen geht es zu langsam aber das können nur die sein, die nicht wissen wie Wenige sich dieser Aufgabe widmen können. Das Museum befindet sich auf dem Weg zur Neukonzeption. |