| Geschichte des Heinrich-Heine-Hauses |
| von Dr. Werner Preuß |
| Als die Restaurateure 1986 mit wachsender Begeisterung
das Haus erkundeten und nahezu in jedem Raum alte Wand- und Deckenbemalung
freilegten, hätte man das Haus am liebsten in ein Museum
für patrizische und bürgerliche Kultur verwandelt. In dem
"Witzendorffschen Palais" sah man vor allem eine Ergänzung des
Industriedenkmals Saline um die Privatsphäre des Salzpatriziats.
Das Haus blieb "Heinrich Heine Haus", obwohl seit jenen Tagen die
Granittafel fehlt, die seit 1901 an die Besuche des Dichters in diesem
Hause erinnerte. |
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| Um 1300
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Älteste Mauerteile im nördlichen Bereich
des Kellers aus lagenweise versetzten Granitfeldsteinen gehören
vermutlich einem Vorgängerbau aus der Zeit um 1300 an, der giebelständig
zur BurmeisterstraBe stand. Für das 1 4 / 15 Jahrhundert läßt
sich im Keller ein zweites, an der Ecke Am Ochsenmarkt / Burmeisterstraße
gelegenes Gebäude nachweisen. |
| 1484
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gelangt dieses, dem alten Eingang des Rathauses
gegenübergelegene, Haus an die Patrizierfamilie Witzendorff.
Sothmeister Hans Witzendorff erhält es durch die Mitgift seiner
Frau Ilsabe Lange, Enkelin von Meino von Sanckenstedt, seit 1448 Besitzer
des gesamten herzoglichen Ackers um Lüneburg, und von Hinrik
Lange, dem berühmten Bürgermeister. |
| Um 1500
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wird auf den Mauerresten der beiden Gebäude
ein neues Haus errichtet. |
| 1531 - 1534
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Der nach Lüneburg gerufene Reformator Urbanus
Rhegius wohnt zeitweilig als Gast im Hause, das dem Barmeister Heinrich
Witzendorff gehört. |
| 1538 - 1556
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befindet sich das Haus im Besitz des Bürgermeisters
Hieronymus Witzendorff. |
| Um 1565
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wird von seinem Sohn Hartwig Witzendorff die
Grundfläche noch einmal verdoppelt und unter Einbeziehung alter
Bausubstanz das heutige Heinrich-Heine-Haus mit einem Nebenhaus (heute
Volksbank) errichtet. |
| 1592
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gelangt das Haus in den Besitz des herzoglichen
Kanzlers zu Celle, Friedrich von Weyhe, der zu Fastnacht 1599 für
zahlreiche Mitglieder der herzoglichen Familie ein Tanzfest ausrichtet.
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| 1632 - 1669
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gehört das Gebäude der Patrizierin
Anna Elver und ihren Ehemännern - zwei Ratsherren und Sothmeister.
In ihre Zeit fällt der Bau der barocken Treppe und die Farbige
Fassung des Roll- und Beschlagwerks des Raumes im Obergeschoß.
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| 1682
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werden fünf, später sieben, an der
BurmeisterstraBe gelegene "Hinterbuden" als zum Gebäudekomplex
gehörig verzeichnet. |
| 1693 - 1695
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befindet sich das Anwesen im Besitz des Herzogs
Georg Wilhelm. Nach dem Wiederverkauf geht es in bürgerlichen
Besitz über. |
| 1741
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wird die Trennung von Haupt- und Nebenhaus vollzogen.
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| 1762
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Die älteste, aus dem jahr 1762 datierte
Ansicht zeigt mehrstöckige Utluchten an der Front des Haupthauses
und einen gotischen Torbogen über dem klassizistischen Sandsteinportal.
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| 1779
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kauft der Ratschirurg und Theatermäzen Christian
Gotthard Niemeitz das Haus. |
| 1788-1791
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Der Rokkoko-Medaillon-Saal im Obergeschoß
aus der zweiten Hälfte des 18. jahrhunderts dient Wandertruppen
als Theaterraum. |
| 1810
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erwirbt der jüdische Bankier Wolf Abraham
Ahrons das Haus. Aus seiner Zeit stammt vermutlich die heutige Eingangstür.
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| 1822 - 1826
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Die elterliche Familie des Dichters Heinrich
Heine bewohnt das Obergeschoß zur Miete Vom 21 Mai 1823 an kehrt
er aus seinen Studienorten mehrfach für Monate zu ihnen zurück
Ein großer Tei! des "Buch der Lieder" und andere Werke entstehen
in Lüneburg. |
| 1824 -
1920 |
befindet sich das Haus im Besitz der Buchhändler-
und Verlegerfamilie Wahlstab. |
| 1901
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wird am Haus eine Granittafel mit der Inschrift
angebracht: "Hier wohnte und dichtete Heinrich Heine 1823". Das Patrizierpalais
wird Heinrich-Heine-Haus. |
| 1941
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erwirbt die Stadt Lüneburg das Gebäude.
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| 1956
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werden zur 1000 Jahrfeier der Stadt Lüneburg
und zur 100 Wiederkehr des Todestages Heinrich Heines umfangreiche
Renovierungsarbeiten vorgenommen. |
| 1985 - 1992
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Nach grundlegender archäologischer und bauhistorischer
Untersuchung wird das Heinrich-Heine-Haus umfassend saniert, konserviert
und restauriert. |
| 1993
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Das Standesamt bezieht die Räume des Erdgeschosses.
Der frühbarocke Tanzsaal wird Trauzimmer Am 15. Januar werden
die oberen, kulturellen Zwecken gewidmeten Etagen festlich eröffnet.
Für Literaturstipendiaten steht im rückwärtigen Anbau
des Heinrich-Heine-Hauses eine Wohnung zur Verfügung. |
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