April 2003

Aktuelles aus Lüneburg   

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Aufgepasst und mitgemacht…

Eröffnung der interaktiven Mitmachausstellung
"Vom Naturgeld bis zur Plastikkarte"

im Ostpreußischen Landesmuseum

Parallel zur laufenden "Erwachsenenausstellung" "Verborgen und wiederentdeckt", Münzfunde aus dem Museum für Ermland und Masuren in Allenstein/Olsztyn, Polen, hat es die Museumspädagogin im Ostpreußischen Landesmuseum, Frau Silke Straatman, geschafft, die Kinderausstellung "Vom Naturgeld bis zur Plastikkarte" konzipiert durch das Kindermuseum Kl!ck (Hamburg), nach Lüneburg zu holen.
Während der Ausstellungseröffnung wurde nicht viel geredet, sondern gehandelt. Groß und klein waren begeistert dabei Geld herzustellen, Waren einzukaufen, zu verkaufen, zu tauschen, nach Schätzen zu graben u.v.m.

Durch das hohe Maß an Interaktion zwischen den Besuchern, herrschte intensive Geschäftigkeit in den Ausstellungsräumen.

Bankgeschäfte
Bankgeschäfte
Nicht nur die Kleinen, sondern auch die Großen können in dieser Ausstellung viel lernen: Fragen an Frau Margot Reinig, Leiterin des Hamburger Kindermuseums "Klick", wie: "Wir versuchen uns in die Bankgeschäfte einzuarbeiten, wie sollen wir diesen Zettel ausfüllen?", hörte man nicht selten. Erleben, Mitmachen, Spaß und Spannung lagen in der Luft. Man hatte das Gefühl, etwas Neues zu entdecken.
Jürgen Landmann, Kulturreferent der Stadt Lüneburg
Jürgen Landmann,
Kulturreferent der Stadt Lüneburg
"Geld ist ziemlich wichtig im Leben, also sollte man den Umgang mit Geld früh lernen."

Jürgen Landmann, Kulturreferent der Stadt Lüneburg, eröffnete diese einzigartige auf hohem Niveau konzipierteinteraktive Mitmachausstellung im Ostpreußischen Landesmuseum. Oft ist es so, dass Kinder (gerade in einem Museum) nichts anfassen dürfen.
Hier in dieser Ausstellung dürfen Kinder alles anfassen, sie werden geradezu dazu aufgefordert. "So können sich Kinder in einem Museum wohlfühlen".

 
Aber was ist denn nun so besonders an dieser Ausstellung?
Frau Margot Reinig, Leiterin des Hamburger Kindermuseums "Kl!ck", zeigte uns einige Ausstellungsinhalte:
Es gibt viele Dinge rund ums Geld zu entdecken und viele verschiedene Möglichkeiten interaktiv mitzumachen. Besonders wichtig sind die verschiedenen Möglichkeiten, den Zugang zum Thema Geld zu finden.

Es ist für jede Altersgruppe etwas dabei. Kinder können z.B. in Sand nach einem Schatz buddeln, erleben wie Geld-Echtheitsprüfung mit Schwarzlicht funktioniert und in einem liebevoll aufgebautem Kaufmannsladen mit alten Waagen, Kassen und echten Waren aktiv als Verkäufer und Verkäuferinnen agieren.

Es ist ein richtiger Geldkreislauf erkennbar und erlebbar:

Margot Reinig, Leiterin des Hamburger Kindermuseums Kl!ck,
Margot Reinig, Leiterin des Hamburger Kindermuseums
"Kl!ck",
Die Kinder stellen ihr Geld selbst her, mit dem sie dann im Laden einkaufen können. Aber so einfach wie sich das jetzt anhört ist es auch wieder nicht, denn die Verkäufer und Verkäuferinnen im Laden müssen dieses Geld auch akzeptieren: "Da könnte ja jeder kommen".

Das heißt die Herstellung des Geldes muss "vernünftig" sein. Die Geldscheine sollten die richtige Farbe haben und schön angemalt werden, natürlich müssen Sie die richtige Form haben und sauber ausgeschnitten sein…

Ein- und Verkaufen macht Spaß...
Ein- und Verkaufen macht Spaß...
Spannend wird diese Interaktion auch dadurch, dass die Verkäufer und Verkäuferinnen die Preise für die zu erstehenden Waren wie Mandeln, Rosinen, Salzstangen, Haferflocken, Corn Flakes und Kokosraspeln selbst festlegen und auch erhöhen oder herabsetzen können.

Was passiert wenn die Preise erhöht werden? Die "Kunden" stellen mehr Geld her…und dann…eine Inflation? Hier ist der Lerneffekt mit Spaß und durch eigenes Erleben immens hoch.

 
Die meisten "Stände" dieser Ausstellung sind interaktiv angelegt. So auch die Tauschbörse, die uns die Museumspädagogin Frau Straatman erklärt:

Jedes Kind kann etwas mitbringen, z.B. ein kleines Spielzeug oder eine Figur, die es gerne gegen etwas anderes eintauschen möchte. Es gibt dort schon viele gespendete Dinge, die man durch ein Tauschgeschäft erwerben kann - außer den Fischen! Doch was hat es mit den Fischen auf sich?

Dazu gibt es natürlich eine kleine Geschichte:

Die Tauschbörse der Ausstellung
Die Tauschbörse der Ausstellung
 
Muscheln als Zahlungsmittel
Hier werden Muscheln als Zahlungsmittel bestaunt
Die Fischer in einem kleinen Ort an der Küste tauschen Fische. Der Müller möchte gerne Fische haben und will sein Brot gegen die Fische tauschen…aber die Fischer brauchen gar kein Brot …was nun?

Die Menschen haben "Etwas" genommen und diesem Gegenstand einen bestimmten Wert zugesprochen, was natürlich von allen anerkannt werden muss.
Dies können in bestimmten Gegenden wie wir an einem weiteren Stand lernen z.B. Muscheln, Schmuck, seltene Waren oder gar Teeziegel (Bezahlung mit Platten aus gepresstem Tee) sein.

 
Dies sind nur ein paar Beispiele, die die Konzeption der Ausstellung verdeutlichen sollen. In dieser Mitmachausstellung gibt es viel zu entdecken für jung und alt mit vielen Aktionen von der ersten Münze bis zum Euro.

Konzipiert wurde die Ausstellung vom Kl!ck-Kindermuseum zur Einführung des Euro. Träger und Gründer des Kl!ck ist der Verein Kindermuseum Hamburg e.V., zu dessen Mitgliedern Pädagogen, Ärzte und Kulturschaffende wie z.B. der "Schmidt's Tivoli-Betreiber Norbert Aust gehören.

Bezahlen mit der Plastikkarte?
Bezahlen mit der Plastikkarte?

Seit fast zehn Jahren arbeitet der Verein an der Etablierung eines Kindermuseums für Hamburg und konnte in dieser Zeit mit seiner Arbeit bereits zahlreiche Erfahrungen mit erfolgreichen eigenen Ausstellungsprojekten für Kinder sammeln. Und nun ist es auch endlich soweit. Das Kindermuseum für Hamburg geht nach Osdorf und wird nach dem Umbau des neuen Hauses (Sommer 2003) vier gleichzeitige Ausstellungen anbieten können - drei feste Dauerausstellungen und eine Wechselausstellung.
(11. April 2003)

Weitere Informationen:
www.klick-kindermuseum.de



Die Ausstellung läuft bis zum 11. Mai 2003
im Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg

Ritterstr. 10, 21335 Lüneburg

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag
von 10.00 bis 17.00 Uhr


Insbesondere eignet sich die Ausstellung für Schulklassen und Familien.

Tipp: auch einzelne Familien werden durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ostpreußischen Landesmuseums betreut und angeleitet: Planen Sie doch mit Ihren Freunden gemeinsam einen Besuch dieser Ausstellung, denn je mehr Teilnehmer, desto spannender…

Weitere Informationen:
www.ostpreussisches-landesmuseum.de




 
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