"Ein KZ wird geräumt"
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Oberbürgermeister Ulrich Mägde eröffnete die Wander-Ausstellung, "Ein KZ wird geräumt - Häftlinge zwischen Vernichtung und Befreiung", zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.
Am 27.01.1945 wurden die Häftlinge des Konzentrationslagers Auschwitz befreit.
Die Wanderausstellung dokumentiert die Auflösung des Konzentrationslagers Neuengamme, sowie seine mehr als 80 Außenlager durch die SS im Frühjahr 1945. Eine lokale Ergänzung wurde von der Geschichtswerkstatt Lüneburg erarbeitet, die zusammen mit der Stadt Lüneburg die Ausstellung für Lüneburg organisiert hat. |
![]() Oberbürgermeister Ulrich Mädge |
Oberbürgermeister Ulrich Mädge betonte, daß die Ausstellung dazu beiträgt, der Gefahr der Wiederholung entgegenzuwirken.
Auch zukünftige Generationen dürfen nicht vergessen oder verdrängen was zwischen 1933 und 1945 geschah. Er erinnerte daran, daß es auch in Lüneburg Kriegsverbrechen während der Nazizeit gab.
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Am 07.04.1945 bombardierte die amerikanische Luftwaffe den Lüneburger Bahnhof. Den KZ-Häftlingen war es weder erlaubt noch möglich den Zug zu verlassen. Da die Gleise zerstört waren, war kein Zugverkehr mehr möglich.
Die KZ-Häftlinge, die flohen wurden verfolgt, erschossen und letztendlich im Tiergarten begraben. (Immo de Vries: "Kriegsverbrechen in Lüneburg. Das Massengrab im Tiergarten", publiziert von der Geschichtswerkstatt Lüneburg e.V.)
OB Ulrich Mägde will erinnern und nicht vergessen. "Deswegen halte ich es für geboten, daß sich die Betriebe in Lüneburg an der Stiftung für die Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter beteiligen, so wie es jetzt die Sparkasse vormacht." Auch die Stadt wolle sich über die Gesellschaften, an denen sie beteiligt sei, in die Stiftung zur Entschädigung der Zwangsarbeiter einbringen. Gedacht sei an einen Betrag von zusammen 120.000 Mark. | |
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Der regionale Bezug dieser Wanderausstellung wurde von der Geschichtswerkstatt Lüneburg e.V. erarbeitet.
Auf fünf Tafeln wird das Schicksal der KZ-Häftlinge, die vom Außenlager Wilhelmshaven nach Neuengamme transportiert werden sollten, und in Lüneburg im "Tiergarten" verscharrt wurden, dokumentiert. Karl Hellmann, Vorstandsmitglied der Geschichtswerkstatt Lüneburg e.V. stellt einige Aspekte der Arbeit des Vereins vor:
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![]() Karl Hellmann, Vorstandsmitglied der Geschichtswerkstatt Lüneburg e.V. |
| Dr. Detlef Garbe, Leiter der Gedenkstätte betonte, daß das heutige Wissen über die Ereignisse während der Nazizeit, ohne Regionalforschung noch nicht erreicht worden wäre."
Die Ausstellung wurde als Wanderausstellung konzipiert, da der Lagerkomplex mit seinen mehr als 80 Außenlagern den ganzen Norden Deutschlands erfaßte. | |
![]() Dr. Detlef Garbe, Leiter der Gedenkstätte Neuengamme |
Dr. Detlef Garbe erinnerte an Neuengamme.
Das Konzentrationslager Neuengamme mit seinen mehr als 80 Außenlagern war keine Tötungsfabrik wie viele andere größere Konzentrationslager, sondern "Vernichtung durch Arbeit". Das Besondere an Neuengamme war, daß es keine Befreiung gab, denn das Lager wurde vorher geräumt. Die Räumung begann ab April 1945. Das Lager wurde von britischen Truppen als einziges der KZ völlig menschenleer angetroffen, nachdem am 01. Mai die Restbesatzung der SS mit den letzten Häftlingen Neuengamme verließ. Als erstes wurde die Auflösung der Außenlager angeordnet: |
| "Die SS brachte sie nach Lübeck und von dort auf drei in der Neustädter Bucht ankernde Schiffe, die der Hamburger Gauleiter Karl Kaufmann in seiner Eigenschaft als Reichskommissar für die Seeschiffahrt als "schwimmende Konzentrationslager" requiriert hatte.
Aufgrund der Überfüllung un des Mangels an Nahrung und Trinkwasser herrschten auf den Schiffen unbeschreibliche Verhältnisse. Am 03. Mai 1945 griffen britsiche Jagdbomber die Schiffe, die sie für Truppentransporter hielten, an und bombardierten sie.
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Nur 450 von ihnen konnten sich retten, während 7.000 Häftlinge wenige Stunden vor ihrer möglichen Befreiung an Bord verbrannten, in der Ostsee ertranken oder beim Rettungsversuch erschossen wurden."
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| Die Ausstellung wurde vom Freundeskreis KZ-Gedenkstätte Neuengamme in enger Kooperation mit der Gedenkstätte Neuengamme erarbeitet. Realisiert werden konnte sie weiterhin durch die Unterstützung der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, der Axel-Springer-Stiftung und der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur, Eigenmitteln des Freundeskreises und Spenden, ohne öffentliche Mittel. | |
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Die gemeinsame Schirmherrschaft über die Ausstellung der Parlaments- bzw. Bürgerschaftspräsidenten der norddeutschen Bundesländer (Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Niedersachen / Dr. Dorothee Stapelfeldt, Hinz-Werner Arens, Hinrich Kuessner, Christian Weber und Prof. Rolf Wernstedt.), ist ein wichtiges Zeichen; sie symbolisiert die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit unseres Volkes. |
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Die Wanderausstellung mit Regionalbezug beeindruckt durch die besondere
Installation.
Anhand von zahlreichen Tafeln, Videopräsentationen (Interviews ) Büchern, Zitaten, Karten, Photos etc. erhalten die Besucher eine umfangreiche Dokumentation über die Ereignisse der Räumung des KZs Neuengamme. Die Ausstellung gegen das Vergessen... bietet viel Raum, sich demThema individuell zu nähern. |
![]() Karl Hellmann und OB Ulrich Mädge Foto: H.H. Jenkel |
| In Lüneburg läuft die Ausstellung vom 27.01. - 20.02.01 im Rathaus Lüneburg / Huldigungssaal. Öffnungszeiten: Täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr Tel: 04131/309230 | |