Ausstellungseröffnung
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![]() Ausstellung 100 Jahre Landeskrankenhaus Lüneburg |
Dr. Jürgen Lotze, Ärztlicher Direktor des Landeskrankenhauses Lüneburg eröffnete am Montag Abend die Ausstellung
"100 Jahre Landeskrankenhaus Lüneburg" im Sozialzentrum des Landeskrankenhauses.
Die Ausstellung begleitet den Festakt zum 100-jährigen Bestehen des Landeskrankenhauses am 29. Juni 2001 Es ist bereits die 2. Ausstellung im laufenden Jubiläumsjahr. Im Februar 2001 war die Wanderausstellung "Psychiatrie im Dritten Reich" im Museum für das Fürstentum Lüneburg zu sehen.
Wanderausstellung "Psychiatrie im "Dritten Reich"
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| Dr. Lotze beantwortete die Frage, wie er die Entwicklung des Landeskrankenhauses über 100 Jahre betrachtet:
"Die einschneidenste Veränderung ist, daß das Landeskrankenhaus nur noch Heilanstalt, nicht mehr Pflege- und Heilanstalt ist. Chronisch Kranke werden woanders untergebracht. Im Landeskrankenhaus Lüneburg findet akute Krankenbetreuung statt. Eine zweite wesentliche Veränderung ist die Schrumpfung des Einzugsgebietes, so dass nun gemeindenahe Psychiatrie betrieben werden kann". In den Gründerzeiten legte Dr. Snell, Direktor der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg von 1901 bis 1924, Wert auf "Nichtaufnahme von Verbrechern", da er keine schwierigen Patienten haben wollte. Das hat sich bis zum heutigen Tag geändert, denn Zielsetzung des Landeskrankenhauses ist Vollversorgung, welche auch Straftäter integriert, die aufgrund ihrer Erkrankung straffällig geworden sind. |
![]() Dr. Jürgen Lotze, Ärztlicher Direktor des Landeskrankenhauses Lüneburg |
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Dr. Lotze bedankte sich bei Dr. Raimond Reiter (u.a.Leiter des Forschungsprojektes "Psychiatrie im Dritten Reich").
Seit zwei Jahren arbeiteten Dr. Raimond Reiter, der die Ausstellung konzipierte und die AG Geschichte des Landeskrankenhauses an der Zusammenstellung des Materials. Mitarbeiter/-innen und "Ehemalige" haben Briefe, Fotos, Alben und Objekte zur Verfügung gestellt. | |
![]() Dr. Raimond Reiter trug wesentlich zur Ausstellung "100 Jahre Landeskrankenhaus Lüneburg" bei |
Durch Interviews, die Frau Alefeld mit früheren Mitarbeitern geführt hat, haben sich
z.B.neue Erkenntnisse ergeben:
So wurde mitgeteilt, dass im "Dritten Reich" Kinder ausländischer Zwangsarbeiter in der "Kinderfachabteilung" der Landes- Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg getötet wurden, was sich durch entsprechende Recherchen im Staatsarchiv bestätigte. Dr. Raimond Reiter, der in die Ausstellung einführte, betonte, dass die Entwicklung der Ausstellung ein Gemeinschaftsprojekt ist. |
| Die Ausstellung will wichtige Themen in der Geschichte des Landeskrankenhauses stellvertretend visualisieren, um ein "Bild" zu vermitteln. Konzeptionell werden Ausschnitte der historischen Vielfalt angesprochen und durch Abbildungen veranschaulicht. In 16 Bilderrahmen und 2 Vitrinen werden Stationen der Geschichte und Personen gewürdigt. | |
Dr. Reiter beschreibt das Motto der Ausstellung: "Aus der Vergangenheit lernen, den moralischen Sinn für Unrecht schärfen und positive Beispiele für die Zukunft gewinnen." |
![]() Gästebuch der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg |
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Die Ausstellung soll insbesondere auch das Personal des Landeskrankenhauses ansprechen, die den direkten Umgang mit den Patienten pflegen.
Die erste Hausordnung (1901) regelte das Verhalten des Anstaltspersonals und war an einem patientenfreundlichen Menschenbild ausgerichtet. Zur Zeit wird an dem Plan gearbeitet, eine Gedenkstätte im alten Wasserturm auf dem Gelände des Landeskrankenhauses einzurichten, wodurch das Material der Ausstellung auf Dauer zugänglich wäre. Zielgruppe für diese Gedenkstätte könnten z.B. Schüler sein.
Weitere Informationen zur 100-jährigen Geschichte des Landeskrankenhauses Lüneburg unter: Die Ausstellung ist bis zum 31.07.01 | |
Festschrift zum 100-jährigen Bestehen:Zum 100-jährigen Bestehen wird eine Festschrift veröffentlicht, die die 100-jährige Geschichte des Landeskrankenhauses würdigt.Die Festschrift bietet insgesamt einen ausgesprochen bunten und vielschichtigen Rück- und Überblick. "Die Vergangenheit der Anstaltpsychiatrie ist auch in Lüneburg vielseitig und von Widersprüchen geprägt". Die Festschrift beinhaltet 17 Aufsätze von über ein Dutzend Autoren, die verschiedene Schwerpunkte der 100-jährigen Vergangenheit des LKH's untersuchten und bebildert darstellen. Angesprochen werden hierbei u.a. die Architektur, die Anstaltsseelsorge, die Lage des Pflegepersonals, der Wandel in der psychiatrischen Behandlung der Kranken, die NS-Verbrechen im "Dritten Reich", die wechselnden Direktionen, die Psychiatriereform und aktuelle Veränderungen. Die Festschrift ist zu erwerben
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| 28.05.2001 |