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Bleckede.
Mit der ersten Lesung des Haushaltes 2002 der Stadt Bleckede befaßte
sich in der vergangenen Woche der Finanzausschuß unter Vorsitz
von Eberhard Naegeli, CDU. "Ich hoffe, daß wir die Finanzen
der Stadt Bleckede in den Griff bekommen", so der Vorsitzende,
der nicht verschwieg,
daß der Haushalt in der letzten Legislaturperiode auf einer soliden
Grundlage basierte und einstimmig verabschiedet wurde.
Bürgermeister Bisping sprach von einer dramatische Situation, immerhin
weise der Verwaltungshaushalt in Höhe von 8.800.000 Euro einen
Fehlbetrag von 424.000 Euro auf. Das seien zwar keine 'hausgemachten'
Defizite, sondern teilweise bedingt durch Minderzuweisungen von Land
und Bund, dennoch müsse versucht werden, möglichst noch Einsparungen
vorzunehmen.
Mit der Erhöhung der Grundsteuer B (bebaute Grundstücke) von
derzeit 288 % auf 300% soll ein kleines bißchen mehr Geld in die
Stadtkasse kommen. Die Grundsteuer A und die Gewerbesteuer bleiben aber
unverändert.
Bei dem Haushaltsansatz Partnerschaftsbegegnung wurde der Ansatz von
14.000 auf 10. 000 Euro gesenkt. Im Feuerschutz sind erhebliche Mindereinnahmen
zu verzeichnen, einmal bedingt durch die verringerte Feuerschutzsteuer
und den Aufbau des Strahlenschutzzuges durch den Landkreis.
Die Ausgaben für die 13 Feuerwehren der Stadt Bleckede mit ihren
450 Mitgliedern belaufen sich auf 93.000 Euro. Und auch die Schulen
erfordern zusätzliche Bewirtschaftungskosten, bedingt dadurch,
daß im Elbtalhaus jetzt auch Klassen bereit gestellt worden sind.
Allein die Reinigungskosten betragen 41.000 Euro, während sie im
abgelaufenen Jahr noch auf 33.000 Euro beziffert waren. Allerdings soll
die Reinigung neu ausgeschrieben werden - vielleicht kann man einen
günstigeren Anbieter finden. Durch die Einführung der 'Verläßlichen'
Grundschule kommen zusätzliche Materialkosten auf die Stadt zu.
Für die Bücherei sind 32.000 Euro vorgesehen - hier fragte
Ratsherr Volker Fritz, CDU: "Können wir uns den Zuschuß
für die Bücherei überhaupt noch leisten?" Und Holger
Grinda, FDP, schlug vor, einen geringen Unkostenbeitrag zu erheben.
Bislang sei die Ausleihe völlig kostenlos. Angedacht ist auch,
eventuell die Personalkosten um die Hälfte zu reduzieren. Durch
bestehende Verträge wird das aber in diesem Jahr kaum zum Tragen
kommen.
Das Jugendheim in der Lüneburger Straße erfordert - wie in
den Vorjahren auch - einen Zuschuß von 79.000 Euro. Knut Schröder,
CDU, stellte in den Raum, ob das Jugendheim überhaupt noch haltbar
ist, man könnte ggf. das Obergeschoß des Kindergartens in
der Robert-Koch-Straße nutzen.
Und Volker Fritz schlug vor, Teile der Jugendarbeit in die Ortsteile
zu delegieren, auch dort seien Räumlichkeiten vorhanden. Außerdem
wollten die Jugendlichen gar nicht unbedingt betreut werden, sie möchten
mit ihren Freunden klönen, Musik hören und vielleicht auch
mal ein Spiel spielen.
Eberhard Naegeli zeigte sich verärgert darüber, daß
die Funktionsräume in den Schulen,
die nachmittags ohnehin leerstehen, nicht genutzt werden können.
Aber seitens des Staates sei das verboten. Für ihn und auch für
andere Ausschußmitglieder unverständlich. Bürgermeister
Bisping brach hier eine Lanze für das Jugendfreizeitheim, die dort
beschäftigten, gut ausgebildeten Mitarbeiter leisten hervorragende
Arbeit - und das seien wir unseren Jugendlichen schuldig.
Auch im Kindergartenbereich sei teilweise ein Einnahmerückgang
zu verzeichnen, hier bestehe ein Zuschussbedarf von 90.000 Euro.
Das Schwimmbad Alt Garge erfordert einen Zuschussbedarf von 125.000
Euro. Durch den Vorverkauf von Familienkarten - bis zum 30. April gibt
es dabei 25% Rabatt - erhofft sich die Stadt einen größeren
Kartenverkauf. Auch im Schwimmbadbereich müssen Einsparungen vorgenommen
werden, insbesondere im Energiebereich, so der Bürgermeister.
Für die Schwimmhalle im Schulzentrum zahlt die Stadt 22.000 Euro
an den Landkreis. Was geschieht, wenn wir den Betrag nicht bezahlen?,
fragte Knut Schröder. Und Volker Fritz forderte,
wir müssen den Betrag einfach einstellen. Holger Grinda dagegen
fragte, können wir das einfach mit einem Federstrich streichen?
Und was sagt die Bevölkerung dazu?
Helmut Müller, UWB, ergänzte, wir müssen zunächst
die Vereinbarungen zwischen Stadt,
Sportbund und Landkreis prüfen. Auch bezüglich der Ansätze
des Bleckeder Hauses stellte Müller kritische Fragen, die jedoch
während der Finanzauschusssitzung nicht geklärt werden konnten.
Abschließend stellte Holger Grinda klar, daß die FDP einen
ausgeglichenen Haushalt erwarte,
ganz gleich ob durch Einsparungen u. a. bei den Personalausgaben, den
Feuerwehren u. v. m.
Der Vorsitzende, Eberhard Naegeli, schloß die Sitzung mit dem
Hinweis, daß der Verwaltungshaushalt zunächst noch einmal
in den Fraktionen beraten werden soll,
eventuelle Sparansätze seien aufgezeigt, so daß zur nächsten
Finanzausschusssitzung fachlich fundierte Aussagen vorliegen könnten.
-cv-
14.02.2002
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