Putenfarm Neetze!?

 
Bürgerinitiative ins Leben gerufen aus Angst um Gesundheit und Zerstörung der Natur
Neetze.
Als die Anlieger - insbesondere im Bereich des Jürgenstorfer Weges - davon Kenntnis bekamen,
daß in Neu Neetze eine Putenmastanlage eingerichtet werden soll, schlossen sich rund 20 Bürger zu einer Bürgerinitiative zusammen, deren Sprecherin derzeit Gabriela Hagen ist. Es wurde bekannt,
daß Ulf Gustafsen auf seinem Hof in Neu Neetze - unweit der Gemeindegrenze, aber am Rande des Biosphärenreservats - eine Putenmastanlage mit 18.000 Aufzuchtsplätzen plant. Es sollen zwei Stallgebäude von je 90 m Länge gebaut werden sowie ein drittes Stallgebäude mit 120 m Länge.
Die Gebäude haben eine Breite von mehr als 16 m, die Firsthöhe beträgt sechs Meter. Außerdem werden sechs Futtersilos und zwei Stallbehälter für das Reinigungswasser errichtet.

Die Bürgerinitiative befürchtet Gesundheitsschädigungen, insbesondere durch das Ausbringen belasteter Gülle und Trockenkots auf die Felder. Nach dem Kenntnisstand der Bürgerinitiative werde das Immunsystem der Menschen gerade in dieser Gegend durch die Zusammensetzung der Stallluft geschädigt. Antibiotikaresistente Viren und Bakterien, Kotpartikel, Mikroben, Endotoxine könnten mit Feinstäuben in die Lunge geraten. Die Streuung dieser Feinstäube betrage ca. 50 km im Umkreis der Putenmastanlage. Außerdem erfolge nach jedem Aufzucht-Durchgang die Reinigung der Ställe mit aggressiven Desinfektionsmitteln.
Empört ist die Bürgerinitiative auch darüber, daß Bürgermeister Hagemann die Bevölkerung über diesen Plan, der im September des vergangenen Jahres vorgelegt wurde, nicht informiert hat,
sondern sie mit dem Einvernehmen der Gemeinde an die nächste Behörde weiter geschickt hat.
Vehement agiert die Sprecherin auch gegen den geplanten Ausbau des Jürgenstorfer Weges von heute 3,10 m auf 5,50 m Breite.
Denn nur, wenn der Jürgenstorfer Weg auf diese Breite ausgebaut wird, kann die Putenmastanlage geschaffen werden, denn für den Transport zu und von der Anlage ist diese Straßenbreite erforderlich.
"Derzeit ist der Jürgenstorfer Weg mit seiner Breite von 3,10 m unser einziger Schutz gegen diese Putenmastanlage", so die engagierte Sprecherin.
Gabriela Hagen
Gabriela Hagen
Auch weiterer Schwerlastverkehr u. a. zum Betonwerk nach Neetze, der jetzt nur noch über Karze die Kreisstraße befährt, wird dann über den ausgebauten Jürgenstorfer Weg fahren. Deshalb appelliert sie eindringlich an Gemeinde und Samtgemeinde, auf diesen Ausbau zu verzichten.

Auch für den sich gerade erst entwickelnden Tourismus würde sich eine solche Straße negativ auswirken, ebenso wie die vermeintlichen Schadstoffe, die durch die Putenmastanlage in Luft,
Boden und Wasser abgegeben werden.
-cv-
07.02.2002

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