Volksbanken Bleckede-Dahlenburg und Lüneburg wollen fusionieren

 
Verwaltung bleibt in Dahlenburg

Dahlenburg.
Die Volksbanken Bleckede-Dahlenburg und Lüneburg streben eine Fusion an. Mit Beginn des kommenden Jahres sollen die beiden Banken zur Volksbank Lüneburg eG verschmolzen werden, kündigten am Donnerstag die Vorstände bei einer Pressekonferenz in Dahlenburg an. Bereits 1998 waren Gespräche über eine Fusion beider Volksbanken geführt worden, die aber zu keinem Ergebnis führten. Jetzt führte offenbar die prekäre finanzielle Situation der Dahlenburger Bank (EP berichtete) zu dem von Insidern nicht ganz unerwarteten Schritt.

"Die Anforderungen der Kunden steigen ständig, die qualifizierte Beratung wird wichtiger", betont Jochen Bremer, Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Lüneburg EG, gleichzeitig nehme die Bedeutung des Zahlungsverkehrs ab.
Dem dadurch entstehenden Kostendruck könnten kleinere Banken wie die beiden Volksbanken in Lüneburg und Dahlenburg mit einer Bilanzsumme von gemeinsam rund 435 Millionen Euro allein kaum standhalten.
Auch nach der Fusion, so Bremer,
"wird eine qualifizierte Beratung an allen größeren Standorten der Bank gewährleistet sein.". Das, so der Aufsichtsratsvorsitzende, hätten sein Institut und die Volksbank Bleckede-Dahlenburg "jeweils für sich allein nicht leisten können."

Wird aus der Volksbank Bleckede-Dahlenburg bald die Volksbank Lüneburg?
Wird aus der Volksbank Bleckede-Dahlenburg bald die Volksbank Lüneburg?
Montage: -aj-
Auch Karl-Heinz Hoppe, Aufsichtsratsvorsitzender der Dahlenburger Volksbank, sieht den Zusammenschluß positiv und verweist auf die Erfahrungen, die man nach der Wende beim Zusammenschluß der Volksbanken Bleckede, Dahlenburg und Neuhaus gemacht habe. Auch der Verband in Hannover habe empfohlen, die Fusion nicht aus den Augen zu verlieren, berichtet Hoppe.
Karsten Bustorf und Michael Schwarz, Vorstände der Lüneburger Volksbank, halten die Größe der neuen Bank für ausreichend, die nächsten Jahre zu überstehen. Auch beim Verband in Hannover sei man nach Jahren der Fusionseuphorie eher ernüchtert.
Man werde sich verstärkt in Richtung Hamburg orientieren und "in zehn, 15 Jahren" über eine weitere Fusion nachdenken: "wir haben ja genug Nachbarn, Volksbanken gibt es überall."

Von der Fusion erhoffen sich beide Banken Synergieeffekte vor allem in der Verwaltung, die in das Dahlenburger Bankgebäude einziehen soll. Die Aufsichtsräte beider Volksbanken werden zunächst in ein Gremium eingebracht, "dann wird Schritt für Schritt abgebaut", erläutert Karl-Heinz Hoppe.
Als Vorstand soll neben Bustorf und Schwarz Heiko Ernst fungieren. Ernst, bislang noch im Raum Hannover beruflich tätig, wird seinen Posten bei der Volksbank Bleckede-Dahlenburg zum 1. Mai 2002 antreten. Dieter Schramm, seit Mitte des vergangenen Jahres Vorstand in Dahlenburg, wird hingegen zum 1. September ausscheiden.

Am 30. April wird die Vertreterversammlung der Volksbank Lüneburg EGüber das Vertragswerk entscheiden, bei der Volksbank Bleckede-Dahlenburg soll die Vertreterversammlung im Laufe des Monats Juli stattfinden.
-aj-
20.02.2002
 
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