|
Haushalt 2002 im Kreistag verabschiedet
Lkr. Lüneburg.
Landrat Franz Fietz nennt das "Desaster" beim Namen. Der Haushalt
gereicht nur noch zur Schadensbegrenzung und das "Gespenst der
Spardiktats" bestimmt die Handlungsfähigkeit der Politik und
Verwaltung im Landkreis Lüneburg. Wohl wissend um das Gebot der
Stunde, wurde in der "Marathonaussprache" zum Haushalt vorwiegend
polemisiert und es fehlten konkrete Handlungsanweisungen. Als Hauptursachen
nannte Landrat Fietz die Kostenexplosion in der Jugend- und Sozialhilfe
und die sinkenden Einnahmen in der Kreiskasse.
Das größte Loch in den Kreisetat schlagen jedoch die Erstattungen
der Jugendhilfekosten und der Hilfe zum Lebensunterhalt an die Stadt
Lüneburg. Hierbei scheiden sich die Geister über den Erhalt
des Lüneburg-Vertrags, der nach Ansicht der Mehrheitsfraktion durch
mangelnde Kontrollmöglichkeit eine erhebliche Benachteiligung für
den Landkreis Lüneburg mit sich bringt. Die Fraktionsführer
der "Gruppe" Markus Graff (Grüne) und Jens Kaidas (CDU)
brachten deutlich zum Ausdruck,
daß eine Kündigung der Vereinbarung zwischen Stadt und Landkreis
nicht mehr auszuschließen sei. Erster Schritt ist die Zahlung
der Jugendhilfekosten nur noch als Budget in Höhe von 13.5 Mio.
t um dadurch 1,8 Mio. t (von 15,3 Mio. t) einzusparen zu können.
Eine Überschreitung des Betrages führe ggf. zur Überprüfung
des Lüneburg- Vertrags. Auch in der Sozialhilfe sollen 2002 mit
dem "Quotalen System" ca. 3,6 Mio. t eingespart werden. Weiterer
Streitpunkt war die weitere Senkung der Personalkosten der Kreisverwaltung.
Während die SPD,
z. B. Manfred Nahrstedt (Mitarbeiter der Bezirksregierung) der Verwaltung
mangelnde Kreativität vorwarf und massiv forderte, als schlanke
Verwaltung den Gürtel endlich enger zu schnallen,
stellte sich der Landrat vor seine MitarbeiterInnen und die dadurch
betroffenen BürgerInnen des Landkreises Lüneburg. Wie Markus
Graff (Grüne) will auch er durch ungerechtfertigte Entlassungen
den durch die Verwaltungsreform erreichten Standard für die Bürger
nicht verschlechtern.
Der Vorschlag von Monika Schumann-Schilling zum Schuldenabbau, Avacon-
Aktien im Wert von 10 Mio. t mit Dividende in Höhe von 131.300
t zu veräußern, wurde von der Mehrheit jedoch (noch) nicht
akzeptiert.
Weitere Zahlen:
Der Gesamtfehlbedarf liegt bei 67.059.800 t, der strukturelle Fehlbedarf
bei 13.859.800 t.
Die Kreisumlage bleibt bei 54,5 % ( wie Vorjahr). Es kommt zu einer
Verbesserung des Verwaltungshaushaltes per Saldo von 2.201.100 t / Verschlechterung
des Vermögenshaushaltes per Saldo 22.700 t.
Sonderprogramm Bauunterhaltung Schulen 700.000 t/ Mobiliar Schulen 46.000
t,
BBSW II, Lehr- und Unterrichtsmittel 115.000 t, Finanzhilfen für
Investitionen u. Investitionsfördermaßnahmen 3.600.000 t
etc....
-fr-
27.02.02
Spruch der Woche:
Wie ging doch der schöne Spruch: "Wer im Glashaus sitzt, sollte
nicht mit Steinen werfen!"
Da gibt es doch einen Mitarbeiter der Bezirksregierung, der auf der
letzten Kreistagssitzung gegen die Beamten des Kreises wetterte und
besonders
gute Ratschläge erteilte. Toll das Ding.
Ein Beamter aus einer Behörde, die so gebraucht wird wie ein Kropf,
mit den höchsten Kosten die man sich vorstellen kann und hält
im Kreistag eine Märchenstunde, von wegen Kosten sparen in der
Kreisverwaltung. Mein Tipp: "An die eigenen Nase packen."
H. Ganger
|