Kritik am Biosphärenreservat

 

Jahreshauptversammlung des Vereins zum Schutz der Kulturlandschaft
und des Eigentums im Elbetal e.V.

Karze.
Der Gesetzentwurf zum Biosphärenreservat stößt beim Verein zum Schutz der Kulturlandschaft und des Eigentums im Elbetal e.V. in weiten Teilen noch auf Kritik. Zwar sei der Verein an der Entwicklung der Textbausteine beteiligt gewesen, berichtete Heinrich Beneke, Vorsitzender der Ortsgruppe Bleckede, auf der Jahreshauptversammlung im Landgasthof Wolter: "die Sicherheit der Deiche etwa ist aber nach wie vor ungeklärt."

Beneke zog eine positive Bilanz der Vereinsarbeit im abgelaufenen Jahr. So wurden mit Vereinsunterstützung im Mai drei Jungstörche gerettet, deren Muttertier einen Angelhaken geschluckt hatte und daran gestorben war. (EP berichtete) Da der Storch allein mit der Aufzucht der Jungen überfordert war, wurden diese an die Aufzuchtstation in Leiferde gebracht.
Im Beirat der Biosphärenreservatsverwaltung solle der Verein einen Sitz bekommen,
berichtete der Vorsitzende. "Wir sind froh, daß wir endlich ein Mitspracherecht haben und mitgestalten können."

Wie in den Vorjahren wurde auch im vergangenen Jahr die Pflege der Kopfweiden finanziell unterstützt. 81 Bäume in sieben Gemeinden seien gepflegt worden, pro Baum wurden unter Beteiligung des Landkreises 50 Mark Zuschuß gezahlt.
In seinem Grußwort betonte Landrat Franz Fietz die gute Zusammenarbeit zwischen dem Verein und der Kreisverwaltung. Auch der Verwaltungschef lobte die Kopfweidenpflege, ein Projekt,
das in Kooperation zwischen dem Landkreis Lüneburg und dem Verein zum Schutz der Kulturlandschaft und des Eigentums im Elbetal e.V. entstanden sei.

Es sei, so Fietz, aber auch gelungen, die "Front gegen den Nationalpark zum Positiven zu kehren." Nachbesserungen forderte der Landrat bei der finanziellen Ausstattung des Biosphärenreservates. Allein mit Diskussionsrunden lasse sich das geplante Gesetz nicht durchsetzen,
meint Fietz, "es gehört auch Geld dazu", und, zum ehemaligen Bleckeder Stadtdirektor Lutz Röding gewandt: "Der Landkreis Lüneburg wird darauf achten, daß auch das Elbschloss Bleckede entsprechend ausgestattet wird."

Es sei richtig gewesen, bei der Mitgestaltung des Biosphärenreservates die Kräfte zu bündeln,
meint auch Landvolk-Geschäftsführer Hans-Georg von Campen: "die Erfolge unserer gemeinsamen Arbeit geben uns recht." Wirtschaft und Landwirtschaft sollten bei den Planungen ausreichend Beachtung finden. Die landwirtschaftlichen Betriebe müßten sich der Entwicklung anpassen können. "Die Mitarbeit am Gesetzentwurf gab uns die Möglichkeit, viele Dinge einbringen zu können.
Aber wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns."

Bei den Vorstandswahlen wurden Heinrich Beneke als erster und Carsten Röhr als zweiter Vorsitzender einstimmig im Amt bestätigt. Auch Schriftführer Hans-Wilhelm Stabe und Kassenführer Karl-Ludwig Günther wurden einstimmig wieder gewählt. Als Nachfolger für den ausscheidenden Kassenprüfer Henry Ahrens wurde Helmut Fischer bestimmt.

Anschließend gab Detlef Paschen, Leiter der Stabsstelle für Kreisentwicklung beim Landkreis Lüneburg, einen Überblick über den derzeitigen Planungsstand des Biosphärenreservates.
Paschen bemängelte, daß die Zugangsbereiche zur Elbe noch nicht endgültig geklärt seien:
"Der derzeitige Lösungsvorschlag ist völlig unzureichend, hier wird sich die Politik mit diesen Vorgaben noch beschäftigen müssen." Paschen sagte, es sei von zentraler Bedeutung für die Bevölkerung, daß die Nutzbarkeit der an Wert gewonnen Elbe erhalten bleibe.
-aj-
31.01.2002

 
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