Oldtimer-Festival

 
Oldietreffen in Bleckede und Ellringen locken Oldtimerfreunde aus ganz Norddeutschland
 

Bleckede/Ellringen. Wenn Kai Lemke aus Radbruch mit seinem Auto an die Tankstelle fährt, freut sich der Fiskus: denn der Plymouth Belvedere aus dem Jahre 1959 verbraucht "schnell mal zwölf, bei Vollgas auch 20 Liter", erzählte er auf dem Oldtimertreffen in Bleckede. Oldtimerfreunde aus ganz Norddeutschland trafen sich am Sonntag auf dem Bleckeder Schützenplatz und auf dem Ellringer Hof Gerstenkorn.
Halb Auto, halb Bot - das rote Amphicar 700 war in Bleckede stets dicht umringt. Zwei Schiffschrauben am Heck treiben das Fahrzeug an, verhelfen ihm im Wasser zu immerhin zwölf Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit. Auf der Straße sind es dank der 38,3 Pferdestärken des englischen Vierzylinder-Viertaktmotors Standard Triumph-Motors zehn Mal so viel - Tempo 120.
Nahezu im Originalzustand präsentiert sich nebenan ein Citroen DS/DD 19 Comfort, Baujahr 1963. Doch bei der erstmals durchgeführten Wahl zum schönsten Oldtimer hat das französische Auto trotz seiner zeitlosen Eleganz keine Chance. Bei der Fahrzeugparade, bei der die Oldies wie Models auf dem Laufsteg an den Zuschauern vorbei ziehen, werden bei den Autos ein IFA F8 aus dem Jahre 1952, bei den Motorrädern ein Gespann Typ AWO 425T, Baujahr 1956, prämiert.
Als schönster Traktor siegt ein fast 60-jähriger Veteran Marke MAN. Rund 300 Oldtimerfahrzeuge erwartet Bernd Wöhlke, Vorsitzender der ausrichtenden "Oldtimer-Freunde Elbtalaue Bleckede e.V. auf dem Schützenplatz - von der noblen Luxuskarosse über urige Traktoren bis hin zu ausgefallenen Zweirädern mit und ohne Seitenwagen.

In Ellringen stellen hingegen Feuerwehroldies einen ansehnlichen Teil der Exponate. Kein Wunder, denn hier ist die Freiwillige Feuerwehr Veranstalter des Oldtimertreffens. Und so präsentieren befreundete Wehren aus den Nachbarkreisen Uelzen, Stormarn oder Soltau-Fallingbostel ihre liebevoll gepflegten Oldtimer. Etwas gelitten hat hingegen der VW Käfer, den der Abschleppwagen vom Auto-Team Bleckede am Haken hat. Der blaue Mercedes LKW vom Typ 323 ist selbst schon ein Oldie.

"Überholen ist feige - auch Du wirst mal alt" steht auf einem Schild am Heck des DKW F7 Meisterklasse aus dem Jahre 1936. 2.495 Reichsmark kostete damals das Auto mit dem 20 PS starken Zweizylinder-Zweitakt-Motor, Hubraum 684 Kubikzentimeter. Fast das Doppelte, nämlich 4.800 Reichsmark, musste damals der stolze Besitzer eines Wanderer W40 ausgeben. Dafür gab es dann aber auch technische Innovationen wie Schwingachsen und einen Motorblock aus Leichtmetall mit zwei Litern Hubraum, sechs Zylindern und 40 PS.

Dicht an dicht stehen die Fahrzeuge, ebenso drängen die Besucher über das Gelände. Wer sich zunächst einen Überblick über die Schmuckstücke verschaffen will, kann das aus der Höhe tun: Ein Kran hob in Ellringen eine Gondel mit den Besuchern auf rund 30 Meter Höhe.
-aj-

24/04/2002
 
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