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ElbSchloss Bleckede
Perspektiven der Fischerei im Elbetal
Gut besuchter Elbe-Abend
Bleckede. Perspektiven der Fischerei im Elbetal war das Thema am gut besuchten Elbe-Abend am 08. Januar 2002 im ElbSchloss Bleckede. Der Biologe und Fischereisachverständige Peter-Christian Rathke informierte über die aktuelle Situation der Fischereirechte und Fischbestände der Elbe in der Region.

Grundlage ist ein Projekt der Landwirtschaftskammer Hannover im Rahmen der Agrarstrukturellen Entwicklungsplanung im vergangenen Jahr, für das Peter-Christian Rathke noch bestehende Fischereirechte an der Elbe zwischen Schnackenburg und Lauenburg ermittelte und dokumentierte. Im niedersächsischen Wasserbuch sind 215 Elbe-Fischereirechte eingetragen,
151 davon entfallen auf das Gebiet Bleckedes.

Peter-Christian Rathke am vergangenen Dienstag
Über die Perspektiven der Fischerei im Elbetal referierte Peter-Christian Rathke am vergangenen Dienstag im Festsaal des Bleckeder Schlosses.
Auch nicht eingetragene Rechte, die nur in älteren Regelungsurkunden dokumentiert sind, bleiben bestehen. Eine Befragung der Fischereirechtsinhaber zeigte erfreulich hohe Resonanz
(92% Rücksendung) und ermittelte, daß davon ca. 54% ihr Fischereirecht selbst ausüben und der übrige Teil es verpachtet. Erwerbsfischerei wird an der Elbe in Niedersachsen (ca. 96 Flußkilometer) heute von drei Haupterwerbsfischern und 25 Nebenerwerbsfischern ausgeübt. Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts gab es noch durchschnittlich einen Erwerbsfischereibetrieb pro 1,7 km.

Die organisierte Angelfischerei hingegen erlebte seit der Wiedervereinigung einen Aufschwung. Insgesamt zeigen die Ergebnisse der Befragung ein großes fischereiliches Entwicklungspotential und mit zunehmend besserer Wasserqualität wird Angeln und Fischen in der Elbe wieder attraktiver, denn der Fischartenreichtum nimmt zu. Ein Vergleich aktueller Fangdaten mit Daten aus dem Jahr 1900 zeigt, daß alle damals erfaßten Süßwasserarten heute wieder in der mittleren Elbe vertreten sind.

Die maßgebliche Steigerung der Artenzahl fand seit der Wiedervereinigung statt. Gerade beim "Brotfisch" Aal kommen aber zu wenige Glasaale in der Elbe wieder an. Die Bestandsstrukturen und größen der Elbefische sind ohnehin nicht auf dem historischen Niveau. In einigen Fällen sichern Besatzmaßnahmen das Vorkommen, denn eine ausreichende eigenständige Reproduktion erfordert größere Bestände.

Um die Entwicklung der Bestände zu sichern und der Erwerbsfischerei an der Elbe langfristig eine Existenz zu bieten, sind verschiedene Maßnahmen notwendig. Die weitere Verbesserung der Wasserqualität und die Erhaltung der Strukturen im Fluß und den Zuflüssen sind grundlegende Voraussetzungen. Für wandernde Fischarten ist eine zweite Aufstiegsanlage am Nordufer des Sperrwerkes Geesthacht notwendig.

Die Finanzierung der notwendigen Besatzmaßnahmen, Einbindung der Elbfischerei in Gastronomie und Tourismus und eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit sind weitere Forderungen, um Elbefische wieder populärer zu machen. Immerhin kann man heute schon wieder zwei Kilogramm Elbefisch pro Monat ohne Bedenken verzehren.
17.01.2002 -as-

 
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