Auch nicht eingetragene Rechte, die nur in älteren Regelungsurkunden
dokumentiert sind, bleiben bestehen. Eine Befragung der Fischereirechtsinhaber
zeigte erfreulich hohe Resonanz
(92% Rücksendung) und ermittelte, daß davon ca. 54% ihr
Fischereirecht selbst ausüben und der übrige Teil es verpachtet.
Erwerbsfischerei wird an der Elbe in Niedersachsen (ca. 96 Flußkilometer)
heute von drei Haupterwerbsfischern und 25 Nebenerwerbsfischern ausgeübt.
Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts gab es noch durchschnittlich einen
Erwerbsfischereibetrieb pro 1,7 km. Die organisierte Angelfischerei
hingegen erlebte seit der Wiedervereinigung einen Aufschwung. Insgesamt
zeigen die Ergebnisse der Befragung ein großes fischereiliches
Entwicklungspotential und mit zunehmend besserer Wasserqualität
wird Angeln und Fischen in der Elbe wieder attraktiver, denn der Fischartenreichtum
nimmt zu. Ein Vergleich aktueller Fangdaten mit Daten aus dem Jahr
1900 zeigt, daß alle damals erfaßten Süßwasserarten
heute wieder in der mittleren Elbe vertreten sind.
Die maßgebliche Steigerung der Artenzahl fand seit der Wiedervereinigung
statt. Gerade beim "Brotfisch" Aal kommen aber zu wenige
Glasaale in der Elbe wieder an. Die Bestandsstrukturen und größen
der Elbefische sind ohnehin nicht auf dem historischen Niveau. In
einigen Fällen sichern Besatzmaßnahmen das Vorkommen, denn
eine ausreichende eigenständige Reproduktion erfordert größere
Bestände. Um die Entwicklung der Bestände zu sichern und
der Erwerbsfischerei an der Elbe langfristig eine Existenz zu bieten,
sind verschiedene Maßnahmen notwendig. Die weitere Verbesserung
der Wasserqualität und die Erhaltung der Strukturen im Fluß
und den Zuflüssen sind grundlegende Voraussetzungen. Für
wandernde Fischarten ist eine zweite Aufstiegsanlage am Nordufer des
Sperrwerkes Geesthacht notwendig. Die Finanzierung der notwendigen
Besatzmaßnahmen, Einbindung der Elbfischerei in Gastronomie
und Tourismus und eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit sind
weitere Forderungen, um Elbefische wieder populärer zu machen.
Immerhin kann man heute schon wieder zwei Kilogramm Elbefisch pro
Monat ohne Bedenken verzehren. 17.01.2002
-as- |