Januar 2010

Aktuelles aus Lüneburg   

        [Archiv]     [Veranstaltungen] Startseite Luene-Info Lüneburg
 

Plädoyer für Toleranz

Lessings Drama NATHAN DER WEISE
Premiere am 30. Januar 2010 im Theater Lüneburg um 20 Uhr
 
Die berühmte Ringparabel, mit welcher der Jude Nathan sich aus der Affäre zieht, als er vom islamischen Sultan nach dem "wahren" Glauben gefragt wird, gilt als Musterbeispiel für den Umgang der Religionen miteinander. Christ, Jude oder Moslem - nur einer könne doch den "wahren" Glauben besitzen, meint der Sultan Saladin. Nathans, beziehungsweise Lessings Antwort ist ebenso schlagend wie einleuchtend: niemand habe den wahren Glauben, jeder glaube nur, ihn zu besitzen; "erweislich" sei der "rechte" Glaube nicht. Und zum Beweise erzählt er die Geschichte von dem gütigen Vater, der seinen drei Söhnen einen wunderbaren Ring vererben, aber keinen seiner Söhne dabei benachteiligen will. Also lässt er heimlich drei identisch aussehende Ringe schmieden, vererbt unabhängig voneinander jedem Sohn einen Ring und lässt das Original verschwinden. Und seither glaubt sich jeder Sohn im Besitz des einzig wahren Ringes und erhebt Ansprüche auf die Vorherrschaft. Wir jedoch, die wir die Geschichte der Ringe kennen, sollten daraus lernen, in Glaubens-fragen tolerant zu sein.

Jan Aust inszeniert diesen Klassiker, der zur Zeit der Kreuzzüge in Jerusalem spielt, mit Wolfgang Hepp in der Titelrolle des weisen Juden. Harro Korn spielt den Sultan Saladin, der dringend Geld vom Juden Nathan braucht und meint, ihn mit der Frage nach dem rechten Glauben dazu unter Druck setzen zu können.

Nathan steht auch ohne diese Frage unter Druck: die Kreuzritter hatten sein Haus verheert, seine Frau und Kinder waren in den Flammen umgekommen; später hat er ein Christen-Mädchen, als seine Tochter Recha (Stefanie Büttner) aufgezogen. Ein junger Tempelritter (Ralf Stech), den Sultan Saldadin nach seinem Sieg über die Kreuzfahrer als einzigem Ritter das Leben schenkte, verliebt sich in das junge Mädchen, das von Nathans Haushälterin Daja (Dinah Hinz) aufgezogen worden ist. Und damit begionnen die Probleme.
Für den Stückschluss hat sich Lessing etliche überraschende Wendungen einfallen lassen, an denen maßgeblich der Klosterbruder (Hagen Marks), der christliche Patriarch (R.A. Güther), der Derwisch (Frank Hangen ) und Sittah, die Schwester des Sultans (Agners Müller) beteiligt sind. Fazit dieses Klassikers: Vieles von dem, das wir als so und nicht anders erkannt zu haben glauben, erweist sich im Nachhinein als etwas ganz anderes.

Regie: Jan Aust

Weitere Vorstellungen sofern nicht anders angegeben um 20 Uhr:

Februar: 6.02. | 14.02. (19 h) | 18.02. | 19.02. | 23.02. | 26.02. | 28.02. (19 h)
März: 2.03. | 17.03.



 
[zurück]  [nach oben]  [Archiv]  [Startseite]