Juli 2004

Aktuelles aus Lüneburg   

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Das Lunatic Festival

"HITZEFREI AUF DEM MOND"

lax_alex_contrax So oder ähnlich hätte wohl das Motto des ersten Lunatic-Festivals in Lüneburg sein können. Ein Wetter das die Festival-Besucher mit bis zu 29°C in den sympathischen Beton-Boden der Lunatic-Location brannte. Ein erhoffter Ansturm von Besuchern blieb zum Leidwesen des Veranstalters leider aus. Lediglich 643 Besucher "füllten" das Festival-Gelände (Fassungsvermögen 3000 Besucher) und so erinnerte das Festival tagsüber eher an eine bessere Party als an ein Festival. Die Location des Festivals war aus organisatorischen Gründen sicherlich gut gewählt, den Besuchern verlangte es allerdings einiges ab. Denn die brennende Sonne und der Beton-Parkplatz auf dem die Besucher stehen mussten, fusionierten zu einer riesigen überdimensionalen Herdplatte. Durch Abstinenz von Grünflächen und Schatten wurde der stundenlange Band-Marathon so zur sportiven Hochleistung.

Die Band-Mischung war durchaus hörbar und gut gewählt. Das Festival starteten die Lunatic-Band-Contest-Gewinner "The Rodeo Five" mit hörbaren Rock vor einem fast menschenleeren Platz, was sie sich aber nicht anmerken ließen. Die Hamburger "DFBoe" (Der Fall Boese) überzeugten mit gut gestylten Sprechgesang und guter Live-Band-Performance, was die Laune der wenigen Besucher deutlich anhob. Nach und nach tröpfelten die bis zu 643 Festival-Besucher auf das Gelände und versammelten sich vor der Bühne. Nicht zu spät, denn als nächstes stand der Auftritt von "Lax Alex Contrax" an, welche mit einer Mischung aus Ska und Pop aber leider das Ziel verfehlten. Für Ska war es zu poppig und für Pop zu viel Ska. Den Leuten gefiel es aber trotzdem und so kam endlich mal Bewegung in die "Massen".

"BeigeGT" war dann ein passender Übergang zu dem wohl abgefahrensten Gig des Festivals. Die Berliner Formation "Puppetmastaz" ließ mit Puppen á la Jim Henson feinsten Old School Hip Hop aus den Boxen auf die Besucher schmettern, welche auch bereitwillig ihre Hips hoppen ließen. Die Krönung des Genusses war dann "Kid Alex" welcher erst nach zahlreichen Zugaben die Stage verlassen durfte.


kid_alex Die Eintrittspreise nebst Getränkepreise waren für ein Campus-Festival zu hoch. Insbesondere der bereits erwähnte Steinofen nötigte das Volk ständig Flüssigkeiten nachzukippen, was mitunter ziemlich ins Geld ging. Es muss allerdings erwähnt werden, das von jeder Eintrittskarte 1 EUR an die UNESCO ging, damit in Afghanistan Kinder Schulunterricht erhalten können. Die 643 EUR wurden noch vom Universitätspräsident Hartwig Donner auf 750 EUR aufgerundet, so dass mit diesem Betrag beinahe 2 mobile Klassenzimmer finanziert werden konnten. Die anschließende After-Show-Party war im Gegensatz zum Festival restlos ausverkauft und so wurden dort Open-End die Besucher mit Minimal House (Schwoof) und anderen hörbaren Leckereien verwöhnt.

Leider war die Pressearbeit, wie auch die Bewegungsfreiheit, auf dem Lunatic-Festival nur sehr eingeschränkt möglich. Weder konnten Fotografen problemlos ihrer Arbeit nachgehen, noch konnten problemlos und zwanglos Interviews geführt werden - trotz Akkreditierung. Wir hätten sicherlich gerne direkt mit den Künstlern gesprochen, was aber leider nicht möglich war mit den (als Presseausweisen getarnten) Festival-Freikarten.

Schlussendlich ist es aber erfreulich das Lüneburg um eine Attraktion reicher ist und man kann nur hoffen das der Veranstalter aus den Fehlern des ersten Festivals lernt. Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass nicht alle Festival-Besucher unzufrieden mit dem Open-Air-Festival waren - es soll auch zufriedene Besucher gegeben haben. Ob das Lunatic-Festival wiederholt wird steht allerdings noch in den Sternen.
19.07.2004 (sl)
 



 
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