|
Der Preis der LiteraTour Nord geht in diesem Jahr an den Schriftsteller Hartmut Lange. In der Begründung der Jury heißt es
"damit werde der Novellenband Leptis Magna gewürdigt, in dem Lange mit Formstrenge und einer sehr dichten Sprache auf
eindringliche Weise den Einbruch des Unbekannten und Unfaßbaren in die scheinbar gesicherte Alltagswirklichkeit seiner
Figuren beschreibe". Die seit elf Jahren erfolgreiche LiteraTour Nord fand erstmals
in Lüneburg statt. Veranstalter waren das Literaturbüro, die Universität und die Literarische Gesellschaft Lüneburg.
Die Stiftung Niedersächsischer Volksbanken und Raiffeisenbanken lobt den mit 15.000 Euro dotierten Preis der LiteraTour
Nord aus. Die Jury setzt sich aus je zwei Vertretern aller ver-anstaltenden Städte zusammen. Die ehemalige Preisträgerin
oder der Preisträger, in diesem Fall Liane Dirks, ist mit einer Stimme vertreten sowie die Stiftung. Erstmals konnte das
Publikum an der Wahl des Preisträgers teilnehmen. Auch hier fielen die meisten Stimmen auf Hartmut Lange. Die
Preisverleihung findet vor geladenem Publikum am 22. April 2004 in Hannover statt. Die Laudatio hält der
Literaturwissenschaftler und Kritiker Prof. Dr. Walter Hinck.
Hartmut Lange, 1937 in Berlin-Spandau geboren, studierte an der Babelsberger Filmhoch-schule Dramaturgie. Bis zu seiner
Flucht 1965 war er am Deutschen Theater in Ost-Berlin tätig und führte danach in Westberlin als linker Dramatiker die
Brechtsche Tradition weiter. Ende der siebziger Jahre löste er sich von den weltanschaulichen Grundlagen des Marxis-mus,
wandte sich vom Theater ab und entdeckte für sich die Novellenform. Er gilt als der profilierteste Erneuerer dieses Genres
in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Seine Novellen, Erzählungen und Essays erscheinen seit 1987 im Diogenes
Verlag, Zürich.
Die LiteraTour Nord ist eine Lesetournee mit Wettbewerbscharakter bei der sechs deutsch-sprachige Autorinnen und Autoren
in den norddeutschen Städten Oldenburg, Bremen, Lübeck, Lüneburg und Hannover ihre aktuellen Bücher vorstellen. Sie wird
von den örtlichen Universitäten, Literaturbüros und Buchhandlungen veranstaltet und von der Stiftung der Volkbanken und
Raiffeisenbanken gefördert.
Bisherige Preisträger waren Bernd Eilert, W.G. Sebald, Wilhelm Genazino, Anne Duden, Robert Gernhardt, Christoph Hein,
Emine Sevgi Özdamar, Dirk von Petersdorf, Josef Haslinger, Bodo Kirchhoff und Liane Dirks.
(Pressemitteilung 09.03.2004)
Weitere Informationen:
Literaturbüro Lüneburg e. V.
Heinrich-Heine-Haus, Am Ochsenmarkt 1, 21335 Lüneburg
Tel.: 04131 - 309687, Fax: 04131 - 309688
e-mail: literaturbuero@stadt.lueneburg.de
|