Mai 2004

Aktuelles aus Lüneburg   

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Elbfischer unterstützen den Aalbestand in der Elbe

Wichtige Beschlüsse und Themen bei Versammlung der Gemeinschaftsinitiative der Elbfischer
Auch in den kommenden Jahren werden die Elbfischer den Aalbestand in der Region durch umfangreiche Besatzmaßnahmen stützen - und zwar nicht nur mit der eigenen Arbeitskraft, sondern auch mit erheblichen finanziellen Aufwendungen. Darüber hinaus wird die Stelle eines ehrenamtlichen Besatzkoordinators geschaffen, der die Fischer und das Elbfischereibüro in Bleckede bei der Planung, Durchführung und Dokumentation aller Besatzmaßnahmen - nicht nur des Aales - in der Elbe und ihren Zuflüssen zwischen Schnackenburg und Fliegenberg unterstützt. Dies wurde nun auf der Versammlung der Gemeinschaftsinitiative der Elbfischer (GI) in Hitzacker beschlossen.
Elbfischer Haupterwerbsfischer Eckhard Panz (Hohnstorf, 2. v.l.), Christian Köthke (Gorleben, Vorsitzender der GI, 6. v.l.) und Wilhelm Grube (Hoopte, ganz rechts) sowie der Vorsitzende des Zweckverbandes Bleckede, Gerhard Bestmann (4. v.l.), bei einer gemeinsamen Besatzmaßnahme Die GI ist ein freiwilliger Zusammenschluss aller Fischereirechteinhaber und -ausübenden in diesem Gebiet. Und so groß das Gebiet, so vielfältig und hochkarätig war auch die jüngste Versammlung besetzt: Neben den Haupterwerbsfischern und ihren Verbandsvertretern waren beispielsweise die Vorstände der beiden Bezirke II und III des Landessportfischerverbandes Niedersachsen vertreten.

Genauso wie der Zweckverband Bleckede, die Gemeinde Amt Neuhaus, die Stadt Hitzacker, die Landwirtschaftskammer Hannover und das Elbfischereibüro. Zudem war erstmalig der Landessportfischerverband Schleswig-Holstein zu Gast, der zukünftig die Arbeit der Gemeinschaftsinitiative ebenfalls unterstützen will. Geleitet wurde die Sitzung vom Vorsitzenden Fischermeister Christian Köthke aus Gorleben.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Wollhandkrabbenproblematik, die die Fischerei im Elberaum schon seit fast einhundert Jahren beschäftigt. Nur werden die Folgen immer bedrohlicher für die Fischerei und - vor allem - für die Fischbestände. Über die Auswirkungen des massenhaften Vorkommens der eigentlich in Asien beheimateten Krabbe gerade auf die Fischbrut berichtete Fischereiberater Steffen Göckemeyer von der Landwirtschaftskammer Hannover. Die Notwendigkeit tätig zu werden, wurde von allen Anwesenden bekräftigt und in der Diskussion verschiedene mögliche Vorgehensweisen benannt, die in den kommenden Monaten intensiv auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden.

Aus der Arbeit des Elbfischereibüros berichtete Projektkoordinator Axel Schlemann. Neben dem großen Elbfischerfest am ersten Juliwochenende in Bleckede ging es dabei vor allem um drei Arbeitsbereiche. So gab Schlemann einen Sachstandsbericht zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), deren Ziel es ist, auf europäischer Ebene die Gewässer mittel- bis langfristig in einen guten ökologischen Zustand zu überführen.

Dies ist ein Chance für die Zukunft der Elbfischerei, eine Umsetzung ohne die Fischereiausübenden sowohl im Sinne eines Monitorings sowie hinsichtlich der Erstellung von Entwicklungs- und Bewirtschaftungsplänen kaum vorstellbar. Hier sind die Fischer und das Elbfischereibüro in den kommenden Jahren gefragt.

Ein weiterer Schwerpunkt ist zurzeit die Klärung der Zuwegungen im Biosphärenreservat, was nicht nur für die Fischereiausübenden wichtig, sondern besonders auch für den Angeltourismus eine unbedingte Voraussetzung ist. Hier wird im Rahmen einer Arbeitsgruppe der Nutzer und der Biosphärenreservatsverwaltung an einem Vorschlag für den Raum Bleckede gearbeitet, der möglichst alle Interessen berücksichtigt.
Elbfischer
Der Vorsitzende des Bezirks Elbe 3 des Landessportfischerverbandes Niedersachsen, Rüdiger Resech (2. v.l.), Fischer Wilhelm Grube (4. v.l.) und Gewässerwart Eike Scheuer vom SAV "Geduld" Hitzacker (r.)
Ein dritter Punkt war die beabsichtigte Schließung bzw. Verlegung der Wasserbuchstelle Lüneburg im Zuge der Verwaltungsreform. Wie wichtig ein Verbleib der Wasserbuchstelle in der Region ist, insbesondere im Hinblick auf die selbständigen Fischereirechte, wurde von allen Anwesenden betont. Besonders den Bürgern und Kommunen an der Elbe war die Wasserbuchstelle in Lüneburg eine unverzichtbare Institution für die bis heute noch nicht abgeschlossene Klärung der vielen (Streit-)Fragen zu Fischereirechten nach der Wiedervereinigung.

Auch für die zukünftigen Planungen und Entwicklungen im Biosphärenreservat "Niedersächsische Elbtalaue" sowie mit Blick auf die Wasserrahmenrichtlinie wird die Aufrechterhaltung der Wasserbuchstelle für erforderlich gehalten. Sowohl die Verbände als auch die Gemeinden werden bei allen relevanten Institutionen auf die Problematik aufmerksam machen und auf einen Erhalt der Einrichtung vor Ort drängen. Der Tagesordnungspunkt "Verschiedenes" wurde abschließend für einen regen, umfassenden Austausch von Informationen über Verbands-, Berufs- und Einzelinteressen hinaus genutzt.

Die gefassten Beschlüsse, die hochkarätige Besetzung, die Intensität der Diskussionen und der umfangreiche Informations- und Meinungsaustausch haben einmal mehr gezeigt, wie wichtig die Gemeinschaftsinitiative der Elbfischer für die Zukunft der Fischerei an der Elbe, aber auch für die Region im allgemeinen ist, da waren sich alle Beteiligten einig. Die Entschlossenheit zum Ausbau und zur Fortentwicklung der GI wurde von allen bekräftigt.
(04.05.2004 - Axel Schlemann, Elbfischereibüro ElbSchloss Bleckede)




 
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