Anlässlich der Atommülltransporte ins Zwischenlager Gorleben erklären
Andreas Meihsies, atompolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion,
Julia Verlinden, Beisitzerin im Landesvorstand Bündnis 90/Grüne und Sabine
Brunke-Reubold und Uli Wessollek, Kreisvorsitzende Lüneburg:
Wir fordern, endlich mit einer offenen Endlagerstandortsuche für Atommüll zu
beginnen. Mit jedem Castor, der nach Gorleben rollt, bevor die Suche nach
einem Endlager begonnen hat, versucht die Atomindustrie, weitere Fakten für
den Standort Gorleben zu schaffen.
Julia Verlinden meint: "Ein Totschweigen der ungelösten Endlagerproblematik
können wir Grüne nicht akzeptieren. Während stündlich mehr Atommüll
produziert wird, scheint ein Grossteil der verantwortlichen nicht-grünen
PolitikerInnen das Problem zu ignorieren. Wir müssen dringend klären, wo
dieser Abfall Jahrtausende sicher gelagert werden kann."
Der vom Bundesumweltminister Trittin 1999 initiierte und mit 14 unabhängigen
WissenschaftlerInnen besetzte "Arbeitskreis Endlager" hatte Ende 2002
bereits einen detaillierten Vorschlag zum Verfahren der
Endlagerstandortsuche vorgelegt. Dabei sollte eine gemeinsame, von der
ganzen Gesellschaft getragene Lösung gefunden werden.
Wie der Arbeitskreis
sind auch die Lüneburger Grünen der Meinung, dass - im Sinne der Agenda 21 -
die aktive Beteiligung der Öffentlichkeit in jeder Phase und bei jedem
Verfahrensschritt der Endlagersuche unerlässlich ist. "Damit soll verhindert
werden, dass die Bevölkerung - wie bei Gorleben - einfach vor vollendete
Tatsachen gestellt wird ohne dass sie im Vorwege Zugang zu Informationen hat
oder rechtliche Schritte dagegen einlegen kann," meint Sabine
Brunke-Reubold.
"Doch unter anderem die CDU/CSU, die niedersächsische Landesregierung und
die Industrie blockiert diesen Vorstoß und will das Problem lieber auf den
Atomklos Gorleben und Schacht Konrad aussitzen", so Andreas Meihsies,
atompolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion.
Wir freuen uns, dass der Bundesumweltminister angekündigt hat, die
Endlagerstandortsuche mit Hilfe eines Gesetzes bald zu beginnen. Wir werden
die Blockaden der Atomproblem-Verharmlosern nicht akzeptieren, sondern
fordern eine transparente und nachvollziehbare Endlagerlösung (wie vom
Arbeitskreis Endlager vorgeschlagen). Diese Suche muss sich an den Kriterien
Sicherheit, Gerechtigkeit und am Verursacherprinzip orientieren. Dabei
unterstützen wir Jürgen Trittin darin, dass die Abfallverursacher, also die
AKW-Betreiber, sowohl die Kosten für die Suche eines Endlagers als auch für
die Lagerung tragen. Schließlich haben wir als Stromkunden bereits einen
erheblichen Anteil an den Rückstellungen mitfinanziert.
(Pressemitteilung, 05.11.2004)
|