September 2004

Aktuelles aus Lüneburg   

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Einsatz für den Aal

Sie durchschwimmen einmal den Atlantik
Sie durchschwimmen einmal den Atlantik um in unsere Flüsse zu gelangen und hier heranzuwachsen. Gut sechstausend Kilometer haben sie zurückgelegt, wenn sie in der Elbe das Sperrwerk in Geesthacht erreichen.

Und für die meisten ist hier der Weg hinauf in Richtung Oberlauf der Elbe und in ihre Nebenflüsse zu Ende. Die Rede ist von unseren Elb-Aalen. Wie alle Aale schlüpfen auch sie vor der Ostküste Amerikas, im Sargassomeer.

Nach einer mehrjährigen gefahrvollen Reise als Larven und kleine durchsichtige Glasaale erreichen sie schließlich unsere Bäche, Flüsse und Seen, um hier weitere Jahre heranzuwachsen und schließlich als geschlechtsreife Blankaale wieder zurück zu wandern an ihre Geburtstätte, wo sie sich fortpflanzen werden und dann sterben.
Warum sich der Aal nur im Sargassomeer vermehrt, wie er dies macht und vieles andere aus dem Leben dieses beliebten Speisefisches ist bis heute ein Geheimnis.

Kein Geheimnis ist allerdings, dass nur die wenigsten der in Geesthacht ankommenden Jungaale den Weg über den Fischaufstieg am Wehr und damit in den größten Teil des Elbe-Flusssystems findet. "Es ist eben nur ein Mauseloch im Scheunentor", findet der Hohnstorfer Fischer Eckhard Panz einen treffenden Vergleich.
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. Aber anstatt auf die eigentlich Verantwortlichen zu schimpfen und endlich Taten zu fordern, packen Panz und seine Mitstreiter der Gemeinschaftsinitiative der Elbfischer (GI) selbst an und sorgen mit Besatzmaßnahmen dafür, dass es zukünftig auch oberhalb von Geesthacht genügend Aale geben wird.

Mehrere tausend Euro wendet die GI Elbfischerei, ein Zusammenschluss der Fischereirechteinhaber und -ausübenden sowie den Sportanglern zwischen Schnackenburg und Hoopte, auch in diesem Jahr für Aalbesatz auf. Etwa zweieinhalbtausend Jungaale aus dem Unterlauf der Elbe wurden am Freitag nach Hohnstorf geliefert und von den Fischern ausgesetzt, eine zweite Lieferung wird in den kommenden Wochen erwartet.
suhrke_und_panz Empfangen und verteilt wurden die Setzaale von Fischer Panz, Angelvereinsvorsitzendem Klaus Bartels aus Kaarßen, dem Leiter des Elbfischereibüros in Bleckede Axel Schlemann sowie dem Besatzkoordinator der GI Franz Suhrke.

Suhrke, der seine ehrenamtliche Arbeit für den Fischbesatz ebenfalls im Elbfischereibüro leistet, war es auch, der die ganze Aktion geplant und vorbereitet hat. Dabei hat der Besatzkoordinator nicht nur die Besatzfische zu organisieren und alles zu dokumentieren.
Sehr wichtig ist auch eine flächendeckende Verteilung, wodurch u.a. verhindert wird, dass etwa die Kormorane den Erfolg der Aktion gefährden, indem sie alle gerade eingesetzten Aale wegfressen.

An diesem Freitag machten die Sportangler aus Tripkau und Kaarßen den Weg nach Hohnstorf, zum Abholen eines großen Teils der Tiere, um sie auch weiter oben auszusetzen. Natürlich ist der Einsatz der Fischer nicht ganz selbstlos.

Selbstverständlich freuen sich Angler und Fischer, wenn sie den einen oder anderen der jetzt ausgesetzten Aale später, mit dann ein bis zwei Pfund Gewicht, an der Angel oder in der Reuse haben. "Aber das ist eben nur ein kleiner Teil, die meisten Aale wandern zurück in ihr Laichgebiet um sich fortzupflanzen.

Anders als die Aale, die in Zuchtanlagen gelangen und zu hundert Prozent später vermarktet werden. Es ist eben bis heute nicht möglich, den Aal künstlich zu vermehren", so Schlemann vom Elbfischereibüro. "Und wir wollen ja auch in Zukunft noch Aale in der Elbe haben", ergänzt Besatzkoordinator Franz Suhrke.
13.09.2004 (Pressemitteilung Elbfischereibüro / ElbSchloss Bleckede)



 
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